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23. April 2008

Grünes Band Europa erhalten. Lebensräume seltener Arten schützen

Berlin/Nürnberg: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat an die bayerische Landesregierung und die tschechische Staatsregierung appelliert, das 346 Kilometer lange Naturbiotop „Grünes Band“ an der früheren Grenze zwischen Tschechien und Bayern als Teil des europäischen Naturerbes zu erhalten. Die aneinandergrenzenden Nationalparke Sumava und Bayerischer Wald und eine Reihe größerer Waldgebiete, Fließgewässerkomplexe und Moore entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs böten Lebensraum für viele seltene Tierarten wie Schwarzstorch, Fischotter, Luchs oder Flussperlmuschel. Die geplante Erweiterung des Grenzübergangs zwischen Schwarzach in Bayern und Rybnik in Tschechien würde Rückzugsgebiete der gefährdeten Tiere weiter verkleinern und ihr Überleben gefährden.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser weitgehend unberührte Teil des Grünen Bandes, der wegen seines Naturreichtums auf bayerischer und tschechischer Seite als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen ist, durch den Ausbau von Grenzübergängen massiv beeinträchtigt wird. Im Mai findet in Deutschland die UN-Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt statt. Gastgeber Deutschland muss den tausenden internationalen Gästen auch im Falle des Grünen Bandes erst noch beweisen, dass es seinem selbst gesetzten Ziel, bis 2010 den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten, auch entsprechende Taten folgen lässt.“

In Zusammenarbeit mit Tschechien, Österreich, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien habe der BUND inzwischen Schutzstatus und Zustand eines 2095 Kilometer langen Abschnittes des Grünen Bandes Europa erfasst. Erst etwas mehr als die Hälfte stehe derzeit unter europäischem oder nationalem Schutz. Ein Fünftel sei bereits durch Ackerflächen zerstört. Neue Eingriffe drohten durch Straßen, Bahntrassen und weitere Bebauungen.

Der BUND und sein bayerischer Landesverband Bund Naturschutz (BN) haben die bayerische Landesregierung und die tschechische Staatsregierung gebeten, die Initiative für ein Grünes Band Europa auch offiziell zu unterstützen. Diese einmalige Chance, ein hervorragendes Naturschutzprojekt entlang des früheren Eisernen Vorhang umzusetzen, dürfe nicht verschenkt werden.

Für Rückfragen: Dr. Liana Geidezis, Melanie Kreutz, BN/BUND-Projektbüro Grünes Band, Mobil: 0171-5331853 oder 0171-7978417, gruenesband@bund-naturschutz.de, www.gruenesband.info/, www.greenbelteurope.eu/




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