29. Juni 2007
Gefährliche Atomkraft ohne Zukunft
Berlin: Die Störfälle in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel verdeutlichen nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erneut die Risiken der Atomkraft. Beide Pannenreaktoren seien umgehend stillzulegen. Der Umweltverband warnte in diesem Zusammenhang vor einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Diese Forderung sei auch vom Krümmel-Betreiber Vattenfall wiederholt aufgestellt worden, zuletzt im Vorfeld des am kommenden Dienstag in Berlin tagenden Energiegipfels. Der BUND forderte insbesondere die Überwachungsbehörden des AKW Krümmel dazu auf, genau zu untersuchen, wie groß die Gefahr des Trafobrandes für den Reaktor selbst gewesen sei.
BUND-Demonstration im April 2006 vor dem Kanzleramt
Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: „Diese Störfälle zeigen - die Atomtechnologie ist zu gefährlich. Es besteht das permanente Risiko eines schwerwiegen¬den Unfalls verbunden mit dem Austritt von Radioaktivität. Schon die schweren Störfälle in Brunsbüttel 2001 und im schwedischen Forsmark 2006 haben dies gezeigt. Vor allem alte Atomkraftwerke sind extrem anfällig für Gefahren wie Flugzeugabstürze oder Terroranschläge. Für die Lagerung des Atommülls gibt es auch keine Lösung. Und die Risiken der Atomkraft verschärfen sich noch, wenn ausgerechnet die ältesten und unsichersten AKW eine längere Laufzeit erhalten sollen.“
Der BUND forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, beim Energiegipfel am Dienstag den Vertretern der Energiewirtschaft klarzumachen, dass es keine längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke geben werde. Die Zwischenfälle von Brunsbüttel und Krümmel würden erneut belegen, wie unverantwortlich die Positionen der Stromkonzerne und die von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos in dieser Frage seien.
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