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19. Juli 2007

Trauernicht darf Vattenfall nicht auf den Leim gehen. Alte Atomkraftwerke sofort vom Netz nehmen!

Berlin/Kiel: Nach dem heutigen Zwischenbericht zu den AKW-Pannen in Brunsbüttel und Krümmel, in dem Landesministerin Gitta Trauernicht Vattenfall bewusste Täuschung der Öffentlichkeit vorwarf, forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Ministerin auf, konsequent zu handeln. Vattenfall müsse die Betriebserlaubnis für die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel entzogen werden. Laut des Umweltverbandes müsse dafür nicht erst das Atomgesetz geändert werden, wie die Ministerin heute gefordert hatte. Die offenen Punkte der am Dienstag veröffentlichten Brunsbüttel-Mängelliste sollten aus Sicherheitsgründen zügig abgearbeitet werden.

Sybille Macht-Baumgarten, Landesvorsitzende des BUND Schleswig-Holstein: „Ministerin Trauernicht hat schon zu lange dem Treiben von Vattenfall zugeschaut. Jetzt steht ihre eigene Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Die Prüfung, ob Vattenfall die Betriebserlaubnis entzogen werden kann, muss zu Taten führen. Der Personenaustausch oder weitere Auflagen für Vattenfall reichen nicht. Vattenfall hat die Atomaufsicht und Öffentlichkeit wiederholt vorsätzlich belogen und ist deshalb ein Sicherheitsrisiko, das abgestellt werden muss.“

Der heute präsentierte Bericht bestätige zudem die große Gefahr für die Bevölkerung, die von dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel Ende Juni ausging. „Das mehrfache Versagen der Technik und des Personals sowie das organisatorische Chaos war ein verhängnisvoller Cocktail, der diesmal zum Glück keine tödlichen Folgen hatte. Am 28. Juni standen wir kurz vor einem schweren Störfall. Wer solche Störfälle in Kauf nimmt, spielt mit der Sicherheit der Bevölkerung“, so Macht-Baumgarten.

Der Umweltverband unterstütze die Forderung von Umweltminister Sigmar Gabriel, die alten Atomkraftwerke in Deutschland früher abzuschalten. Falsch sei es jedoch laut BUND, neueren Reaktoren im Gegenzug längere Laufzeiten zu gewähren.

„Denn“, so Thorben Becker, BUND-Energieexperte, „der Fall Brünsbüttel macht überdeutlich: Je länger Atommeiler am Netz sind, desto größer das Risiko. Den Atomausstieg noch weiter nach hinten zu schieben, etwa ins Jahr 2030, ist unverantwortlich.“

Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-421 oder Mobil 01 71 / 6 06 52 25 bzw. Hans-Jörg Lüth, BUND-Geschäftsführer Schleswig-Holstein Tel. 04 31 / 66 06 00 oder Mobil 01 78 / 2 32 17 74 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressestelle, Tel. 0 30 / 2 75 86-464/-489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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