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17. Juli 2007

Seehofer muss gegen Anbau der Gen-Kartoffel „Amflora“ stimmen

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte Landwirtschaftsminister Horst Seehofer auf, beim heutigen EU-Agrarministerrat in Brüssel gegen den Anbau der Gentech-Katoffel „Amflora“ der Firma BASF zu stimmen. Amflora“ enthält ein Resistenz-Gen gegen Antibiotika und sei deshalb bedenklich, warnte der Umweltverband. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und die EU-Arzneimittelbehörde EMEA teilen diese Einschätzung. Der EU-Umweltministerrat hatte Ende Juni in Luxemburg die Entscheidung über „Amflora“ vertagt.

Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin des BUND: „Eine Zulassung von „Amflora“ ist unverantwortlich. Der Weg der Gentech-Kartoffel vom Feld über das Tierfutter auf unsere Teller ist viel zu kurz, die Risiken gewaltig. Niemand weiß, ob die Antibiotika-Resistenz nicht auf Bakterien im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren übertragen wird. Wichtige Antibiotika könnten ihre Wirksamkeit verlieren.“

Unter dem Etikett des Freisetzungsversuchs vermehre die BASF bereits jetzt die „Amflora“ auf 155 Hektar für die kommerzielle Nutzung. Letzte Woche ist eine Panne bekannt geworden. Der die Kartoffel anbauende Landwirt hatte die Flächen verwechselt. Die BASF musste Knollen auf 20 Hektar in Zepkow (Mecklenburg-Vorpommern) vernichten. „Die BASF hat das Problem der Koexistenz nicht im Griff. Wenn Koexistenz schon in der experimentellen Erprobung nicht funktioniert, kann man für kommerziellen Anbau nichts Gutes erwarten“, so Moldenhauer.

Wenn im Agrarministerrat keine qualifizierte Mehrheit zustande kommt, entscheidet die EU-Kommission. Diese hat bisher stets für eine Zulassung votiert. Die Zulassung von „Amflora“ würde erstmals seit 1998 wieder den kommerziellen Anbau einer gentechnisch veränderten Pflanze erlauben.

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-456 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressestelle, Tel. 0 30 / 2 75 86-464/-489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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