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1. September 2006

TV-Hersteller verschweigen Stromverbrauch

Trotz ihres hohen Stromverbrauchs steigen die Verkaufszahlen von LCD- und Plasma-Fernsehern. Auf der IFA werden wieder viele neue Modelle vorgestellt.

BUND bewertet zur „IFA 2006“ Informationen zu Fernsehern

Anlässlich der 46. Internationalen Funkausstellung hat der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutschland (BUND) den Fernsehgeräteherstellern mangelnde Produkt­verantwor­tung vorgeworfen. Viele der neuen LCD- und Plasma-Fernseher verbrauchten zu viel Strom und verursachten so unnötige Klimagasemissionen. Die Hersteller ließen zudem ihre Kunden im Unklaren darüber, wie hoch der Energieverbrauch der angebotenen Geräte sei.

Eine BUND-Analyse aktueller Verbraucherinformationen von 18 Elektronikfirmen ergab, dass viele Unternehmen den Stromverbrauch der von ihnen angebotenen Geräte unterschlagen. Sechs der Firmen erhielten deshalb die Note „mangelhaft“. Bei Medion, Thomson und LG erhält der Kunde weder an deren Telefon-Hotline noch im Internet Auskünfte zum Stromver­brauch. Gute Noten bekamen nur Philips, Xoro und Sharp. Diese drei Firmen geben sowohl auf ihren Webseiten als auch über ihre Hotlines Informationen zum Stromverbrauch heraus. Der BUND hat die TV-Hersteller inzwischen aufgefordert, die Lücken bei der Kennzeichnung des Energiebedarfs ihrer Geräte zu schließen.

BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm: „Für Fernseher muss es wie bei Waschmaschinen und Kühlschränken endlich ein Gesetz zur verbindlichen und leicht verständlichen Kennzeichnung geben. Der Kunde muss sofort erkennen können, ob sein neues Gerät Energie verschwendet und die Stromrechnung teurer macht oder ob es sparsam ist. Davon profi­tieren nicht nur Verbraucher­innen und Verbraucher, sie tragen mit dem Kauf sparsamer Geräte auch entscheidend zum Klimaschutz bei.“

Im ersten Halbjahr 2006 wurden bereits doppelt so viele LCD- und Plasma-Fernseher verkauft wie im gesamten Vorjahr. Während einer angenommenen Nutzungsdauer von 15 Jahren verursacht ein Strom fressendes Gerät Stromkosten von mehr als tausend Euro, ein sparsamer Fernseher lediglich ein Viertel davon. Wenn sich die deutschen Haushalte innerhalb der nächsten zehn Jahre energieeffiziente Geräte zulegten, ließen sich rund fünf Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid vermeiden.

BUND-Analyse „Fernsehgeräte-Hersteller verschweigen Stromverbrauch“

Pressekontakt: Matthias Seiche, BUND-Energieexperte, Tel. 030-27586-425 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net




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