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17. Mai 2006

Merkel muss bei Agro-Gentechnik bisherigen Kurs ändern

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Vorstoß des CSU-Generalsekretärs Markus Söder, Freilandversuche mit genmanipulierten Pflanzen zu unterlassen, begrüßt. Die CSU habe endlich die Risiken der Agro-Gentechnik erkannt und dem Mehrheitswillen der Verbraucher und Landwirte gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel Rechnung getragen. Jetzt müsse sich auch die CDU mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von ihrer bisher gentechnikfreundlichen Politik verabschieden und sich dem Kurs der Schwesterpartei anschließen. Söder hatte in der Mittwoch-Ausgabe der Berliner Zeitung aus Verbraucherschutz- und Sicherheitsgründen zu einem vorsichtigen Umgang mit der Gentechnik gemahnt.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Frau Merkel befindet sich mit ihrem gentechnikfreundlichen Kurs auf dem Holzweg. Zwei Drittel der Bevölkerung lehnen die Gentechnik bei der Lebensmittelproduktion ab. Dieses Votum und die Risiken der Agro-Gentechnik für Umwelt und Gesundheit müssen endlich auch in der CDU berücksichtigt werden.“

Die christdemokratischen Parteien müssten gemeinsam mit der SPD sicherstellen, dass die Landwirtschaft in Deutschland gentechnikfrei bleibe. Dafür müsse weiter ein strenges Gentechnikgesetz mit einer Pflicht zur Haftung für die Anwender gentechnisch veränderten Saatguts sorgen. Bereits genehmigte Freilandversuche, wie sie derzeit in Groß-Lüsewitz in Mecklenburg-Vorpommern mit Gen-Raps durchgeführt würden, müssten umgehend gestoppt werden.

Laut Koalitionsvertrag sollte das bestehende Gentechnikgesetz so novelliert werden, dass es Forschung und Anwendung der Agro-Gentechnik in Deutschland erleichtere. Diese Formulierung gehe vor allem auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück, die sich seit langem für großzügigere Regelungen bei der Freisetzung genmanipulierter Pflanzen einsetze.

Pressekontakt: Nora Mannhardt, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456 bzw. Almut Gaude, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464/425, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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