Sie befinden sich hier:
29. Mai 2006

BUND warnt: WM-Fanartikel enthalten gesundheitsschädliche Chemikalien

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor gesundheitsschädigenden Chemikalien in Fanartikeln für die Fußball-WM. Die Zeitschrift „Ökotest“ habe 19 WM-Produkte untersucht, von denen neun so stark mit Schadstoffen belastet seien, dass sie mit „ungenügend“ abgeschnitten hätten. In zur Fußball-WM angebotenen T-Shirts, Kinderfreizeitschuhen und Kinder-Stoppersocken wurden hohe Mengen an Weichmachern gefunden, die wegen ihrer schädlichen Wirkung ab 2007 europaweit in Kinderspielsachen verboten sind. Sie beeinträchtigen die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane, schädigen Leber und Nieren und stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Zur Fußball-Weltmeisterschaft werden Fanartikel auf den Markt geschwemmt, die nachweislich gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Allein in Europa rechnet man mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz durch den Verkauf dieser Produkte. Hier wird Profit auf Kosten der Gesundheit von Millionen von Fußballbegeisterten betrieben. Kinder sind besonders anfällig für Chemikalien, weshalb wir vom Kauf der belasteten Kinder-Fanartikel abraten.“

Der BUND setze sich seit Jahren auf europäischer Ebene für ein Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien ein. In diesem Jahr stünde die Entscheidung zur Chemikalienreform REACH (Registrierung, Evaluierung, Autorisierung von Chemikalien) im Europäischen Parlament an. Damit in Zukunft Verbraucher vor schädlichen Produkten geschützt werden, müssten im Rahmen dieses Gesetzes Unternehmen mehr Informationen über die Schädlichkeit ihrer Chemikalien liefern sowie gefährliche Stoffe verboten und durch ungefährliche ersetzt werden. Die von Ökotest untersuchten Produkte seien überwiegend außerhalb Europas hergestellt worden. Dies mache deutlich, dass die gleichen Regeln auch für importierte Artikel gelten müssten.

Ende Juni 2006 wird der Gesetzentwurf dem Europäischen Parlament zur weiteren Diskussion vorgelegt. Der BUND forderte die deutschen Abgeordneten und die Bundesregierung auf, sich für ein strenges Chemikaliengesetz einzusetzen. In seiner jetzigen Form sei das Gesetz nicht ausreichend, da gefährliche Stoffe nicht verpflichtend ersetzt werden müssten.

Die ausführlichen Testergebnisse sind im neuen Ökotest-Magazin 6/2006 erschienen.

Kontakt: Almut Gaude, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464; Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net; Internet: www.bundgegengift.de




Jahresbericht 2006

Titelseite des Jahresberichtes 2006, Wildkatze als Titelbild

Einblicke in die Arbeit des BUND, seine Einnahmen und Ausgaben, die Zahl seiner Mitglieder und Förderer – das alles und noch viel mehr finden Sie im

Jahresbericht 2006 (3,9 MB)

Suche

Metanavigation: