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27. Juni 2006

BUND kritisiert Privilegierung von Kohlekraft­werken beim Emissionshandel

Einen Tag vor Verabschiedung des Zuteilungsplans für Kohlendioxid-Emissionsrechte („Nationaler Allokationsplan“) kritisierte der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutschland (BUND) die Bevorzugung klimaschädlicher Kohlekraftwerke. Wenn die Bundesregierung den Energieunternehmen EnBW, Eon, RWE und Vatten­fall beim Bau neuer Kohlekraftwerke das Doppelte an Emissionsrechten zugestehe wie beim Bau von Gaskraftwerken mit gleich hoher Strompro­duk­tion, schade dies dem Klimaschutz. Der Staat würde außerdem damit Investitions­entschei­dungen der Kraftwerksbetreiber in die falsche Richtung lenken. Die Folge seien höhere Kohlendioxide­mis­sionen und steigende Strompreise.

Laut Zuteilungsplan dürften Kohle­kraft­werke das Klima bis zu 18 Jahre lang gleich hoch belasten. Beispielsweise bedeute dies für ein im Jahr 2012 in Betrieb gehendes Kraftwerk einen Freibrief für klimaschädliche Emissionen bis 2030.

Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: "Bundesumweltminister Gabriel missbraucht den Emissions­handel als Hilfsmotor für den Bau von Kohlekraftwerken. Er schenkt den Stromkon­zernen neue Lizenzen zur Klimazerstörung. Es ist inkonsequent, auf der einen Seite verstärkte Anstrengun­gen zum Klimaschutz zu fordern und im nächsten Moment gegenteilige Fakten zu schaffen. Künftige Generationen werden sich mit diesen Altlasten abplagen."

Im ersten Jahr nach Einführung des Emissionshandels sei der Kohlendioxidausstoß der einbezogenen Industrieanlagen in Deutschland um 21 Millionen Tonnen zurückgegangen. Bis 2012 wolle die Bundesregierung die Emissionen dieser Anlagen aber lediglich um weitere drei Millionen Tonnen verringern. Der Emissions­handel verliere so an Wirksamkeit.

Der BUND appellierte an die CDU- und SPD-Fraktionen im Bundestag, bei der bis zum Winter vorgesehenen parlamentarischen Beratung des Emissionshandels die Versteigerung von zehn Prozent der Verschmutzungsrechte zu beschließen. Die so erzielten Einnahmen müssten in einen Energieeffizienzfonds fließen. Damit ließen sich Stromsparmaßnahmen finanzieren, die dem Klimaschutz und den Bürgerinnen und Bürgern zugute kämen.

Der Umweltverband rief dazu auf, mit Emails an Umweltminister Gabriel gegen die kostenlose Vergabe von Emissionszertifikaten zu protestieren.

Pressekontakt: Matthias Seiche, BUND-Klimaexperte, Tel. 030-27586-433, E-Mail: matthias.seiche@bund.net bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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Titelseite des Jahresberichtes 2006, Wildkatze als Titelbild

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