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2. Juni 2006

Seehofer will geltendes EU-Recht bei Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen brechen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vorgeworfen, einen eklatanten Verstoß gegen geltendes EU-Recht zu planen. Er wolle zulassen, dass bei Versuchen ausgekreuzte gentechnisch veränderte Organismen in die Nahrungskette gelangen. Die EU-Kommission habe in einem Schreiben an das Landwirtschaftministerium bereits am 21.2.2006 klargestellt, in diesem Falle gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten. Für Verunreinigungen der Nahrungskette mit gentechnisch veränderten Organismen gelte auch in Zukunft die Nulltoleranz.

Gerhard Timm, Geschäftsführer des BUND: „Seehofer kriecht vor der Genforschungslobby und der Genindustrie zu Kreuze und riskiert sehenden Auges einen blauen Brief aus Brüssel. Es ist seine Pflicht, geltendes EU-Recht einzuhalten und Verbraucher und Umwelt vor riskanten Auskreuzungen zu schützen.“

Erst kürzlich habe sich CSU-Generalsekretär Markus Söder aufgrund unabsehbarer Folgen für die Ökosysteme gegen Freilandversuche mit genmanipulierten Pflanzen ausgesprochen. Die Pläne Seehofers stünden im krassen Widerspruch dazu.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Was bereits Wissenstand in der CSU ist, wird von Seehofer wieder über Bord geworfen. Sein Vorstoß bedeutet nicht nur einen Verrat an Deutschlands Verbrauchern und Landwirten, die gentechnikfrei essen und wirtschaften wollen. Er stellt sich damit auch in seinem Heimatland Bayern und in seiner eigenen Partei ins Abseits.“

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin 030-27586-456, Mobil: 0179-8138088 bzw. Almut Gaude, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464, Mobil: 0163-6079090, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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