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16. Februar 2006

Seehofer muss bessere Standards im internationalen Geflügelhandel durchsetzen

Die Optimierung der Standards im internationalen Geflügel- und Fleischhandel hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land (BUND) gefordert. Die Qualität der gehan­del­ten Produkte lasse vielfach zu wünschen übrig. Dies belege die Tatsache, dass ein Drittel der bei Kontrollen untersuchten Fleischproben beanstandet werde. Der rasant zuneh­mende Waren­austausch verschärfe die Gefahr, dass Krankheitserreger wie das Vogelgrippevirus H5N1 sich in kürzester Zeit rund um den Globus verbreiten könnten. Neben strengeren Standards beim Verbraucher- und Tierschutz müssten die regionale Fleischerzeugung und lokale Futterkreis­läufe gestärkt werden.

BUND-Agrarsprecher Hubert Weiger: „Bundesagrar­mini­­s­ter Seehofer muss auf EU-Ebene verhindern, dass die Mittel zur ländlichen Entwicklung der Regionen gekürzt werden. Wenn er hier nicht klar Flagge zeigt, werden weiter zunehmende internationale Warenströme von Geflügel­fleisch und anderen Produkten neue Gefahren heraufbeschwören. Es müssen möglichst viele Lebensmittel mit den besten Qualitätsstandards vor Ort erzeugt werden. Das minimiert nicht nur die Transporte lebender oder geschlachteter Tiere. Es minimiert auch die Risiken für den Verbraucher.“

Trotz des Importverbotes von Geflügel aus betroffenen Regionen in Südostasien seien im vergangenen Jahr 9 000 Tonnen Geflügelfleisch aus Thailand in Deutschland auf den Markt gelangt. Die Herkunft von verarbeitetem Fleisch müsse jedoch nicht gekennzeichnet werden. Erforderlich sei daher eine grundlegend verbesserte Kennzeichnung von Herkunft und Art der Erzeugung der Lebensmittel. Dem Verbraucher werde damit die Entscheidung für regionale Produkte erleichtert. Das stärke jene Produzenten, die umwelt- und tiergerechte Produktionsmethoden mit hohen Standards im Verbraucherschutz verbinden würden.

Weiger: „Auch das seit langem versprochene Verbraucherinformationsgesetz kann möglichen Gefahren vorbeugen helfen. Erst wenn die Konsumenten das Recht auf mehr Informationen über Herkunft, Zwischenhändler und Erzeugungsmethoden der Lebensmittel bekommen, werden sie in die Lage versetzt, bewusster einzukaufen. Billig- oder Ekelfleischverkäufern wird auf diese Weise das schmierige Geschäft erschwert. Agrarminister Seehofer muss so dem Tier- und Verbraucherschutz mehr Geltung verschaffen.“

Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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