28. August 2006
Mit Atomausstieg radioaktive Müllmenge begrenzen. Dann Endlager suchen
Anlässlich des Besuchs der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Gorleben hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Endlagerung von radioaktivem Abfall in dem dort befindlichen ehemaligen Salzbergwerk erneut abgelehnt. Mit ihrem Beharren auf einem Atomendlager in Gorleben ignorierten CDU und CSU die dort vorhandenen Sicherheitsrisiken. Geologische Gutachten hätten ein zu schwaches Deckgebirge und Verbindungen zum Grundwasser nachgewiesen. Für ein Endlager in Gorleben könne die erforderliche Langzeitsicherheit somit nicht gewährleistet werden.
Der BUND begrüßt, dass Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Prüfung alternativer Standorte angekündigt habe. Allerdings fehlten bislang verbindliche Kriterien, mit denen potentielle Endlagerorte verglichen und auf ihre Sicherheit hin überprüft werden können. Das angekündigte Endlagersuchgesetz müsse diese wissenschaftlichen Kriterien enthalten. Selbst dann könne jedoch niemand garantieren, dass ein gefundener Endlagerstandort für einen Zeitraum von einer Million Jahre sicher sei. Es gehe lediglich darum, den vergleichsweise am besten geeigneten Ort zu suchen.
Vorbedingung für die Endlagersuche sei der Ausstieg aus der Atomkraft. Nur mit einem schnellen Ausstieg ließen sich die Atommüllmengen begrenzen. Dies sei auch eine entscheidende Bedingung für die Akzeptanz eines Endlagerstandortes bei der Bevölkerung.
Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Vorstand: „Auf Akzeptanz und Langzeitsicherheit scheinen CDU und CSU verzichten zu wollen. Sonst würden sie nicht auf dem ungeeigneten Standort Gorleben bestehen.“
Die Präferenz von CDU und CSU für Gorleben speise sich vor allem aus wirtschaftlichen Motiven. Zum einen seien in den letzten Jahrzehnten erhebliche Summen in die Umrüstung des Salzbergwerks zu einem Endlager investiert worden. Zum anderen befinde sich dort bereits ein Großteil des hochradioaktiven Mülls aus deutschen Atomkraftwerken – eingeschlossen in Castor-Behältern im oberirdischen Zwischenlager.
Der BUND fordert, dass die Betreiber der Atomkraftwerke alle Kosten für die Suche nach einem Atomendlager tragen. Diese hätten mit ihren Reaktoren lange Zeit viel Geld verdient. Jetzt müssten sie auch dafür aufkommen, dass das bestmögliche Endlager für den Strahlenmüll gefunden werde.
Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 030-27586-421 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net