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2. November 2005

Keine Koalition der Giftzwerge!“ – BUND demonstriert für Schutz vor giftigen Chemikalien

Berlin: Mit der Aufstellung von Dutzenden „Giftzwergen“ demonstrierte der BUND heute morgen vor der Hessischen Landesvertretung für den Schutz vor gefährlichen Chemikalien. „Keine Koalition der Giftzwerge! Ein starkes REACH für sichere Chemikalien!“ war auf dem Transparent der Umweltschützer zu lesen. Im Gespräch mit dem designierten Umweltminister Sigmar Gabriel machte die BUND-Chemieexpertin Patricia Cameron deutlich, dass über 100 000 in der Europäischen Union hergestellte Chemikalien vor dem In-Verkehr-Bringen nicht auf ihre Umwelt- und Gesundheitsverträg­lichkeit getestet worden seien. Immer mehr davon ließen sich in menschlichen und tierischen Körpern nachwei­sen. Allergien, Störungen des Immunsystems und ungewollte Kinderlosigkeit seien die Folge. Sigmar Gabriel und die in der Hessischen Vertretung zu Umweltthemen tagende Koalitionsarbeitsgruppe wurden aufgefordert, sich für eine Chemikalien­verordnung einzusetzen, die Gesundheit und Umwelt wirksam vor gefährlichen Stoffen schütze.

Auf EU-Ebene wird derzeit die so genannte REACH-Verordnung, das Kürzel steht für Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien, abgestimmt. Gegen den vorliegenden Entwurf läuft die Chemielobby Sturm, obwohl sich für kleine und mittlere Unternehmen die Wettbewerbs­bedingungen verbessern, wenn ihnen durch REACH Innovationen in sichere Produkte erleichtert werden.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Die große Koalition muss sich klar für mehr Verbraucherschutz aussprechen und dafür sorgen, dass gefährliche Chemikalien verboten werden, wenn es Alternativen gibt. Hormonell wirksame Substanzen können zum Beispiel über das Stillen zu Schäden am Immunsystem, zu Krebs und zu Beein­trächtigungen der Hirnentwicklung bei Neugeborenen führen. Und die Fortpflanzung schädigende Weichmacher haben nichts in Kinderregenjacken und hormonell wirksame Flammschutzmittel nichts in Elektroartikeln zu suchen.“

Der BUND fordert zudem, dass die Beweislast für die Ungefährlichkeit der von ihr eingesetzten Chemikalien bei der Industrie liegen solle. Sie sei verpflichtet, ausreichende Daten dafür zu liefern.

Pressekontakt: BUND-Chemieexpertin Patricia Cameron, Tel. 0 30 / 2 75 86-426 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 0 30 / 2 75 86-464/489, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




Jahresbericht 2007

Titelseite des Jahresberichtes 2007, Libelle als Titelbild

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