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15. November 2005

"Keine Macht den Giftzwergen!“ - BUND demonstriert in Straßburg für Schutz vor giftigen Chemikalien

Mit der Aufstellung von hundert „Giftzwergen“ demonstriert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute morgen vor dem Europäischen Parlament in Straßburg für den Schutz vor gefährlichen Chemikalien. „Keine Macht den Giftzwergen! Ein starkes REACH für sichere Chemikalien!“ ist auf dem Transparent der Umweltschützer zu lesen. Heute beginnen in Straßburg die Beratungen des EU-Parlaments zur europäischen Chemikalienreform REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien), über die am kommenden Donnerstag in erster Lesung abgestimmt wird. Die Umweltschützer warnen davor, die Reform so stark zu verwässern, dass sie den Schutz von Mensch und Umwelt vor giftigen Chemikalien nicht mehr gewährleiste.

Patricia Cameron, BUND-Chemikalienexpertin: „Durch die massive Einflussnahme der Industrielobby ist die Chemikalienreform nur noch ein Schatten ihrer selbst. 100000 Chemikalien, die in Alltagsprodukten wie Computern, Fußböden oder Kinderspielzeug enthalten sind, wurden noch nie auf ihre Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt getestet. Für rund 88000 Chemikalien soll dies nach dem derzeitigen Stand des Gesetzes so bleiben. Das käme einem Scheitern der Reform gleich.“

Der BUND forderte die Abgeordneten des Europaparlaments auf, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen ausreichende Daten über die Gefährlichkeit der von ihnen produzierten Chemikalien liefern müssten. Unterstützt werden müsse der von mehreren Parteien getragene Vorschlag, gefährliche Chemikalien beim Vorhandensein von Alternativen zu ersetzen. Dies sei jedoch unmöglich, wenn die Produzenten zu wenig Daten liefern würden, um die gefährlichen Chemikalien identifizieren zu können.

BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: „Die EU-Parlamentarier müssen endlich aufwachen. Die Chemieindustrie weiß ganz genau, wie gefährlich ihre Stoffe sind. Sie will diese Informationen aber nicht preisgeben, weil dann viele ihrer Chemikalien vom Markt genommen werden müssten. Es liegt in der Verantwortung des Parlaments, dieser Verschleierungstaktik ein Ende zu bereiten und die Hersteller zur Transparenz zu zwingen. Nur dann können Mensch und Umwelt wirksam vor möglichen Schäden durch den Einsatz giftiger Chemikalien geschützt werden.“

Pressekontakt: BUND-Chemieexpertin Patricia Cameron, Mobil: 0049-175-5963816, bzw. Almut Gaude, BUND-Pressestelle, Tel. 0049-30-27586-464/425, Mobil: 0049-163-6079090, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net; www.bundgegengift.de

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