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8. November 2005

Hausaufgaben für Seehofer: Deutschland muss hohe Standards für Landwirtschaft und Tierschutz setzen

Die Durchsetzung artgerechter Haltungsformen für Nutztiere, bessere Standards beim Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft und ein wirksames Verbraucherinformations­gesetz sind nach Auf­fas­sung des BUND die wichtigsten Auf­gaben für den designierten Agrarminister Horst See­ho­fer (CSU). Vor allem müsse das von seiner Vorgängerin Renate Künast erreichte und ab 2007 geltende Verbot der Käfighaltung von Lege­hennen beibehalten werden. Das Ansinnen der Betreiber großer Hühnerbatterien, sogenan­n­te Kleinvolieren oder ausgestaltete Käfige zuzulassen, müsse Seehofer zurückweisen. Verhindern müsse er außerdem die von den Koalitionsrunden verabredete Schwächung der Standards bei der Haltung von Schweinen. Dies seien wichti­ge Prüfsteine, ob der neue Agrarminister die Belange des Tier- und Verbraucher­schutzes im Blick habe.

Kleinvolieren oder ausgestaltete Käfige für Legehennen seien lediglich andere Formen der tierquälerischen Hennenhal­tung. Selbst die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft habe ausgestaltete Käfige für Legehennen als nicht artgerecht gerügt. Auch mit Kleinvolieren würde das Urteil des Bundesverfas­sungs­gerichtes zur Hennenhaltung aus dem Jahr 1999 missachtet.

Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: „Wenn jene Tierhaltungsformen gefördert werden, in denen am wenigsten Antibiotika zur Anwendung kommen, dann ist das praktizier­ter Verbraucherschutz. Die künftige Regierung aber macht sich gerade auf den Weg, den Verfassungsauftrag zur artgerechten Tierhaltung zu missachten. Und das obwohl die Nachfrage nach Fleisch und Eiern aus artgerechter Haltung stetig steigt.“

Die staatliche Förderung für Massentierhaltungsanlagen, für die industrielle Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und für Tierexporte müsse eingestellt werden. Die Gelder aus dem Agraretat sollten zugunsten besonders artgerechter Tierhaltungsformen und regionaler Verarbeitung und Vermarktung eingesetzt werden. Der aktuelle Skandal um falsch deklarierte Fleischprodukte in Bayern und Niedersachsen belege, dass der hohe Preisdruck im Handel dem Verbraucherschutz schade. Die von der künfti­gen Regierungskoalition geplante Selbst­kontrolle der Lebensmittelwirtschaft und der gegenwärtige Stand der Kontrollen durch die Länder böten keinen ausreichenden Schutz vor kriminellen Absichten. Stattdessen müssten die staatliche Lebens­mit­telüber­wachung und die Informationsrechte der Verbraucher gestärkt werden.

Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net.

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