27. Mai 2005
Fehlender Grundwasserschutz lässt Wasserpreise steigen
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor steigenden Wasserpreisen aufgrund zunehmender Nitratbelastungen des Grundwassers. Dazu führe ein jüngster Vorschlag der Arbeitsgruppe des EU-Umweltministerrates zur Grundwasserrichtlinie, der zentrale Standards für sauberes Grundwasser aufweiche. Statt des bisher verbindlichen Grundwassergrenzwertes von 50 Milligramm Nitrat je Liter sollen künftig Ausnahmen für die Landwirtschaft gelten. Der BUND kritisiert, dass damit der Überdüngung der Felder Tür und Tor geöffnet werde. Hauptquelle der Nitratbelastung im Grundwasser sei die intensive Landwirtschaft und Gülle aus der Massentierhaltung.
Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin: „Statt Verbraucher vor Nitrat im Grundwasser zu schützen, will eine Mehrheit der EU-Länder im Umweltausschuss die ohnehin schon zu hohen Grenzwerte noch weiter anheben. Für die daraus resultierenden Zusatzkosten der Wasseraufbereitung wird am Ende nicht die industrielle Landwirtschaft sondern der Verbraucher zur Kasse gebeten."
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Die jetzige und die künftige Bundesregierung müssen sich dafür einsetzen, Umwelt und Verbraucher vor weiter steigenden Nitratbelastungen zu schützen. Über die Hälfte der Grundwasservorkommen ist heute bereits in einem alarmierenden Zustand. Es ist unverantwortlich, diese Tendenz zu verstärken, indem die Umweltminister neue Privilegien für die Landwirtschaft festschreiben."
Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel: 0170-3688367, E-Mail: reinhild.benning@bund.net oder Almut Gaude, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net