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10. Mai 2005

Ein "sicheres" Atomkraftwerk mehr: Nach Abschaltung von Obrigheim müssen sofort die AKWs Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1, Neckar 1 und Unterweser vom Netz

„Ein längst überfälliger und viel zu kleiner Schritt in die richtige Richtung", so kommentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die morgige Abschaltung des Atomkraftwerks Obrigheim im Neckar-Odenwald-Kreis (Baden-Württemberg). „Die Stilllegung dieses Schrottreaktors ist zwar eine gute Nachricht, sie bleibt jedoch nur ein symbolischer Beitrag beim notwendigen Atomausstieg", sagte Dr. Brigitte Dahlbender, stellvertretende Vorsitzende des BUND-Bundesverbandes: „Da 95 Prozent der atomaren Kapazität weiter am Netz hängen, sind wir von einem endgültigen Atomausstieg noch sehr weit entfernt."

Sollten bis zur Abschaltung des letzten Atommeilers – wie im Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Stromwirtschaft vereinbart – tatsächlich weitere 15 Jahre vergehen, würde sich die Menge des strahlenden Atommülls noch einmal verdoppeln. Bis dahin sei Deutschland weiter den enormen technischen und terroristischen Risiken ausgesetzt, die die Nutzung der Atomenergie mit sich bringe. Die höchsten Terrorrisiken seien bei den AKWs Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1, Neckar 1 und Unterweser vorhanden. Deshalb müssten diese zuerst abgeschaltet werden. Eine fortgesetzte Nutzung der Atomenergie bedeute zudem mindestens bis 2023 ein großes Hindernis beim Umstieg in eine nachhaltige und zukunftsweisende Energieversorgung. Der BUND fordere die Bundesregierung auf, nach Abschaltung der AKWs in Stade und Obrigheim umgehend weitere Atommeiler vom Netz zu nehmen. Da die Atomenergie lediglich 2,7 Prozent des weltweiten End-Energiebedarfs decke, könne sie auch keinen substantiellen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Dahlbender: „Gegen die großen Risiken von Atomkraftwerken gibt es nur ein Mittel: den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie. Jeder abgeschaltete Reaktor ist ein sicheres Atomkraftwerk mehr. Ein Ersatz der Atommeiler durch Kohlendioxid-emittierende Öl- oder Kohlekraftwerke wäre aber der falsche Weg. In Zukunft muss sparsam mit Energie umgegangen und auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Allein durch Biomasse könnte in Baden-Württemberg die dreifache Strommenge erzeugt werden, die das AKW Obrigheim liefert. Außerdem könnte mit Hilfe der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung rund ein Drittel des Wärmebedarfs gedeckt werden."

Die Nutzung der Biomasse sei eine der zukunftsträchtigsten und klimafreundlichsten Energieformen. Bundesregierung, Länder und Kommunen müssten diese weitaus stärker fördern.

Pressekontakt: Brigitte Dahlbender, stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende, Tel. 0711-620306-0, Fax: 0711-620306-77, E-Mail: bund.bawue@bund.net bzw. Thorben Becker, BUND-Energiereferent, Tel. 030-27586-421, Fax: -440, E-Mail: presse@bund.net




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