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18. März 2005

Gentechnikfreie Landwirtschaft in Gefahr. 2005 bereits 1000 Hektar Gentech-Mais-Anbau geplant

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und das Institut für Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen (IAW) warnen vor dem Anbau von gentechnisch verändertem Mais. Für 2005 seien in ganz Deutschland rund 100 Felder auf 1000 Hektar zur Aussaat angemeldet. Das entspräche 0,06 Prozent des gesamten Maisanbaus. Am meisten betroffen seien die neuen Bundesländer. Allein in Brandenburg liege die Hälfte aller vorgesehenen Flächen. Die Gentechnik-Anwender hofften, dass das Risiko der Verunreinigung konventioneller und biologischer Felder wegen der größeren Agrarflächen in Ostdeutschland geringer sei.

Nils Klopprogge, Bio-Landwirt aus Märkisch-Oderland: "Die weltgrößte Gentechnikfirma Monsanto versucht vor allem bei uns in Brandenburg ihr manipuliertes Saatgut auf die Äcker zu bringen. Damit wird für die Nachbarbetriebe eine gentechnikfreie Agrarwirtschaft immer schwieriger. Verunreinigungen und damit Rechtsstreitigkeiten zwischen uns Landwirten sind vorprogrammiert. Deshalb ist es wichtig, dass sich jetzt alle Bauern für den gentechnikfreien Anbau stark machen."

Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin des BUND: "Die Landwirte sollten sich durch das neue Gentechnikgesetz nicht in falscher Sicherheit wiegen. Das Gesetz ist kein Gentechnikverhinderungsgesetz. Es erlaubt den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Das nutzt Monsanto, um im größten und wichtigsten Markt der Europäischen Union, nämlich in Deutschland, den Fuß in die Tür zu bekommen. Zudem ist das Gentechnikgesetz weiter unter Beschuss. Verschiedene Länder wollen die Haftungsregeln für jene Landwirte, die für eine Verunreinigung von Nachbarfeldern verantwortlich sind, abschwächen und, wie auch Teile der SPD, den Zugang zum Standortregister versperren."

Die beste Maßnahme, um der Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen einen Riegel vorzuschieben, sei die Gründung gentechnikfreier Regionen. Rund 12000 Landwirte mit etwa 430000 Hektar Fläche haben sich bereits in über 60 solchen Regionen zusammengeschlossen.

Heute kommen in Berlin Gentechnik-Experten und Landwirte aus Ostdeutschland zusammen, um über die Gründung neuer gentechnikfreier Regionen zu beraten. Das Treffen ist der Auftakt des Projektes "Gentechnikfreie Regionen" von BUND, AbL und IAW, das der Vernetzung der Landwirte dienen soll, die weiter gentechnikfrei produzieren wollen.

Gentechnikfreie Regionen im Internet: www.faire-nachbarschaft.de

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnik-Expertin, Mobil: 0179-8138088, Projektleitung IAW Uni Bremen: Dr. Guido Nischwitz, Mobil: 0160-2115217, E-Mail: gnischwitz@iaw.uni-bremen.de bzw. Almut Gaude, BUND-Pressereferentin, Tel. 030-27586-464, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net




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