2. Februar 2005
BUND: Agrarwende fortführen, Ökolandbau stärken
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem heute von Landwirtschaftsministerin Renate Künast vorgelegten "Agrarbericht 2005" eine Bestätigung des Kurses für mehr Umweltschutz in bäuerlichen Betrieben. Der Ökolandbau würde im Gegensatz zum konventionellen Bereich positive Beschäftigungseffekte und stabile Einkünfte verzeichnen.
Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin: "Der Bericht zeigt, dass die ökologische Agrarwirtschaft höhere Beschäftigungspotentiale bietet. Das ist besonders in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit ein entscheidendes Argument. Außerdem schmecken Bioprodukte besser und nicht zuletzt werden Natur und Landschaft optimal gepflegt."
Von 1993 bis 2003 hätte sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Biobranche annähernd verdoppelt. Heute arbeiteten bereits 150 000 Beschäftigte in diesem Bereich. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Ausbildungsplätze um 151 Prozent.
Positives Beispiel für den Zugewinn von Arbeitsplätzen sei die Erzeugung von Freilandeiern, bei der für 20 000 Hennen je eine Arbeitskraft benötigt würde. In der Käfigeierproduktion würden nur halb so viel Arbeitskräfte benötigt. Durch das ab 2007 geltende Käfigverbot in der Legehennenhaltung sei deshalb mit positiven Effekten bei der Beschäftigung zu rechnen.
Der Ökolandbau könne auch zu einer Stabilisierung der Einkünfte in ländlichen Regionen beitragen. Ökologische Betriebe erwirtschaften dem agrarpolitischen Bericht zu Folge mit mehr Arbeitskräften höhere Gewinne als konventionelle Kollegen. Positiv wertete der BUND auch, dass Ökohöfe eine bessere Rentabilität ausweisen. Außerdem hätten sich ökologische Betriebe im letzten Wirtschaftsjahr investitionsfreudiger gezeigt.
Bei der Vergabe von Agrarsubventionen sei es künftig um so wichtiger die Arbeitsplatzeffekte stärker zu berücksichtigen. Es dürfe nicht wie vorgesehen bei der Förderung der ländlichen Entwicklung gespart werden, weil dann Einkommenspotentiale ungenutzt blieben und positive Umwelteffekte zunichte gemacht würden. Vielmehr müssten diejenigen Förderfonds auf den Prüfstand, die weder ein Mehr an Beschäftigung noch an Umwelt- und Tierschutz brächten.
Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net