10. Mai 2004
Gesine Schwan beim BUND. Umweltstandards müssen offensiv verteidigt werden
Die große Bedeutung des Umweltschutzes und der Umweltorganisationen für die Weiterentwicklung der Demokratie hat die Präsidentschaftskandidatin Prof. Dr. Gesine Schwan hervorgehoben. Nach einem Besuch beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagte sie heute in Berlin: „In den vergangenen Jahren ist, auch Dank des Engagements der Umweltbewegung, viel erreicht worden. Gerade im Bereich des Umweltschutzes zeigt sich, wie wichtig eine aktive Zivilgesellschaft sein kann."
Die BUND-Bundesvorsitzende Dr. Angelika Zahrnt warnte in dem Gespräch mit der Präsidentschaftskandidatin vor einer Zurückdrängung der Umweltbelange angesichts der Globalisierung. Deutschland müsse seine hohen Standards in der Umweltpolitik offensiv verteidigen. Umwelttechnologien made in germany seien nicht nur gefragte Exportschlager, es gehe auch um die Weiterverbreitung bestmöglicher Arbeits- und Gesundheitsbedingungen für die Menschen. Die Globalisierung müsse mit positiven Inhalten gefüllt werden. Dazu gehörten Umwelt- und Naturschutz genauso wie die Schaffung sozialer und friedlicher politischer Verhältnisse.
Gesine Schwan fügte hinzu: „Ökonomie und Ökologie stehen nicht zwangsläufig in einem Widerspruch zueinander. Diese Sicht ist verkürzt: Innovationen in den Bereichen Ökologie und Umweltschutz können auch ein Beitrag zu nachhaltigem Wachstum sein. Ich will - wo ich kann - meinen Teil dazu beitragen, dass die Belange des Umweltschutzes auch dann berücksichtigt werden, wenn vorrangig soziale und wirtschaftliche Reformen auf der politischen Tagesordnung stehen."
Die BUND-Vorsitzende Zahrnt bedauerte, dass der ebenfalls vom BUND zu einem Gespräch über Umwelt- und Naturschutz eingeladene Präsidentschaftskandidat Horst Köhler keine Zeit gefunden habe.
Der BUND gehört mit über 390 000 Mitgliedern und FörderInnen und rund 13,5 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr zu den größten Umweltorganisationen Deutschlands. 2200 Gruppen, 16 Landesverbände und die Bundesgeschäftsstelle engagieren sich für den Erhalt der Natur und für eine zukunftsfähige Politik. Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International.
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