3. Juni 2004
Weltbank blufft Erneuerbare Energiekonferenz
Umwelt- und Entwicklungsorganisationen kritisieren die heutige Ankündigung der Weltbank, ihre finanzielle Unterstützung von erneuerbaren Energien jährlich um 20 % zu erhöhen, als großen Bluff. An der grundsätzlichen Ausrichtung der Bank auf fossile Energien ändere dies absolut nichts. Sie fordern die Bank auf, den Empfehlungen ihrer eigenen Kommission zu folgen, aus der Ölförderung vollständig auszusteigen und die erneuerbaren Energien entscheidend auszubauen.
„Wir begrüßen zwar, dass die Weltbank Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien formuliert," sagt Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND. „Eine derart lächerliche Erhöhung der Förderung ist aber ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich ernsthaft für eine zukunftsfähige Energiepolitik einsetzen."
Das 20%-Ziel verkündete die Weltbank als erste Reaktion auf den „Extractive Industrie Review (EIR)", eine Studie, die Weltbank-Präsident Wolfensohn im Jahr 2000 in Auftrag gegeben hat, um die Bedeutung der finanziellen Förderung von Öl- und Kohleprojekten für die Armutsbekämpfung zu untersuchen. Die Studie empfiehlt der Bank, innerhalb von fünf Jahren vollständig aus der Förderung von Ölprojekten auszusteigen und den Anteil an Krediten für erneuerbare Energien jährlich um 20 % zu erhöhen.
„Die Weltbank kommt diesen Empfehlungen in keiner Weise nach", kritisiert Regine Richter von urgewald. „Sie kalkuliert die 20%-Erhöhung auf der Grundlage ihrer bisherigen, geringen Förderung für Erneuerbare. Das bedeutet nur eine marginale Steigerung und keinen wirklichen Richtungswechsel in der Energiepolitik. Studien belegen, dass die Weltbank in den letzten 10 Jahren über 24 Mrd. US $ für fossile Energien ausgegeben hat, aber nur gut 1 Mrd. für Erneuerbare", so Richter.
Daniel Mittler, Greenpeace International ergänzt: „Anders als die USA und Saudi Arabien immerhin ein Ziel zu verkünden reicht nicht aus! Die Weltbank muss ihre Investitionen in fossile Energieträger bis 2008 beenden."
Kontakt: Regine Richter (urgewald), 0170/2930725 Markus Steigenberger (BUND), 0173/9234747 Steve Kretzmann (Institute für Policy Studies), 001 202/4971033 [englisch] Daniel Mittler (Greenpeace International), 0171/8765345