4. Juni 2004
Mit Weltenergiegipfel geht ein Ruck durch die globale Gemeinschaft. Zahrnt: Rückenwind für globale Energiewende
Mit dem Weltenergiegipfel sei "ein Ruck in Richtung globale Energiewende" ausgelöst worden, sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt zum Ende der `renewables 2004`.
"Die Zukunft ist erneuerbar, diese Idee setzt sich mehr und mehr durch. Die Regierungen müssen jetzt die vereinbarten Ziele und die Schritte beim Ausbau erneuerbarer Energien möglichst schnell umsetzen, damit die Klimaerwärmung gestoppt wird. Und noch abseits stehende Staaten wie die USA oder Russland müssen dringend in die globale Allianz des Klimaschutzes aufgenommen werden; ohne sie kann es die Welt nicht schaffen."
Zum Ende der Weltkonferenz für erneuerbare Energien zogen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und sein internationales Netzwerk "Friends of the Earth" (FOE) eine positive Bilanz. Mit der Bonner Deklaration, dem Aktionsprogramm für erneuerbare Energien und dem Mandat für einen Nachfolgeprozess verfüge die internationale Staatengemeinschaft über einen geeigneten Fahrplan zu einer global zukunftsfähigen Energieversorgung.
Eines der zentralen Ergebnisse der Konferenz, die politische Deklaration, sei allerdings sehr schwach geblieben. So sei etwa die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung für erneuerbare Energien durch Regierungen und internationale Kreditinstitute nicht ausreichend thematisiert.
Markus Steigenberger, BUND-Experte für internationale Umweltpolitik: "Der 'Extractive Industrie Review', eine Studie, die die Weltbank in Auftrag gegeben hat, empfiehlt den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und eine massive finanzielle Förderung der erneuerbaren. Es wäre ein immens wichtiger Schritt gewesen, diese Forderung zu unterstützen. Hier müssen die Regierungen deutlich nachbessern."
Vor allem die Zusagen einiger Staaten im 'International Action Program', wie etwa die Windkraftinitiative Brasiliens oder die Förderprogramme südafrikanischer Staaten seien zu begrüßen. "Eine Konferenz ist mehr als Papier. Diese Konferenz wird einen kräftigen Rückenwind für die notwendige globale Energiewende bringen", sagt Angelika Zahrnt. "Wir sind daher erfreut über die konkreten Zusagen und werden die Umsetzung kritisch begleiten. Als nächster Schritt müssen die Regierungen nun die Frage der Energieeffizienz angehen. Unausgeschöpfte Potenziale müssen besser genutzt werden, etwa mit Hilfe von Kraft-Wärme-Kopplung."
Mit einer in den kommenden Monaten stattfindenden "Europa-Tour für erneuerbare Energien" und einem "Riesen-Dinosaurier aus der fossilen Welt" werben BUND und FOE für die Energiewende. Gefordert werden auch staatliche Hermes-Bürgschaften beim Export moderner Stromerzeugungsanlagen.
Pressekontakt: Walter Jungbauer, BUND-Energiereferent, in Bonn mobil: 0172-3260691, Markus Steigenberger, BUND-Referent für internationale Umweltpolitik, in Bonn mobil: 0173- 9234747 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel 030-27586-425, Fax:-449, mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net