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9. Februar 2004

Gemeinsame Pressemitteilung vom 9. Februar 2004. „WTO: Hände weg von unserer Nahrung“

Riesige Gen-Tomate startet in Berlin zur Tour durch 40 Städte. Attac und BUND protestieren gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und die Rolle der WTO

Mit einer fünf Meter großen Gen-Tomate haben Mitglieder des globalisierungskritischen Netz­werks Attac und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf dem Berliner Gendarmenmarkt eine bundesweite Protesttour gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel gestartet. Unter dem Motto „WTO: Hände weg von unserer Nahrung“ wollen sie in den kommenden Wochen in 40 deutschen Städten gegen Gentechnik und die Rolle der Welthandelsorganisation (WTO) protestieren. „Die USA instrumentalisieren die WTO, um Europa genmanipuliertes Essen aufzuzwingen“, sagte Cornelia Reetz von Attac. „Doch das lassen wir uns nicht gefallen.“ Darum sammeln Attac und BUND Einsprüche gegen die WTO-Politik auf vorbereiteten Postkarten, die im Sommer in Genf übergeben werden sollen.

In der Europäischen Union, wo nach Umfragen über 70 Prozent der Menschen gentechnisch veränderte Nahrung ablehnen, verhindert derzeit ein Moratorium die Neuzulassung von Gentech-Pflanzen. Das wollen die USA zusammen mit Argentinien und Kanada durch eine Klage bei der WTO ändern. Dieser Schritt hat große Symbolkraft: Er soll auch andere Staaten - insbesondere die Entwicklungsländer - davor abschrecken, Restriktionen gegen die Gentechnik beizubehalten oder einzuführen. Attac und BUND fürchten außerdem, dass die USA nach einem Erfolg dieser Klage auch gegen die EU-weite Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel klagen könnten. „Die Welthandelsorganisation wird zum Handlanger der Gentechnik-Industrie und ignoriert die Wünsche der Verbraucher“, kritisierte Daniel Mittler vom BUND.

Die Gentechnik in der Landwirtschaft berge viele Risiken, sagte Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Die Folgen der Gentechnik für Mensch, Tier und das Ökosystem sind viel zu wenig erforscht. Genmanipulierte Pflanzen können sich durch Pollenflug mit anderen Kultur- oder Wildpflanzen kreuzen. Zur Bekämpfung des Welthungers nützen sie nichts.“ Von der Bundesregierung fordern Attac und BUND die Nachbesserung des Gentechnik-Gesetzes, damit gentechnikfreie Lebensmittel auch in Zukunft erzeugt werden können.

Weitere Informationen: Homepage der Kampagne und Überblick über die Tour: www.GENug-WTO.de Reader „Streitfall Gentechnik“: Download unter www.genug-wto.de/img/Reader.pdf

Für Rückfragen: Daniel Mittler, BUND-Kampagnenkoordinator, Tel. 0173-9234747 Cornelia Reetz, Attac-Kampagnenkoordinatorin, Tel. 0178-3122766




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