Sie befinden sich hier:
13. April 2004

Kennzeichnung von Gen-Food sorgt für mehr Transparenz. BUND appelliert an Verbraucher und Bauern

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Verbraucher aufgerufen, ab dem 18. April auf die Kennzeichnung von Gen-Food zu achten. Dank neuer EU-Vorschriften für gentechnisch veränderte Futter- und Lebensmittel hätten sie deutlich bessere Möglichkeiten, sich gegen Gentechnik zu entscheiden. Die Hinweise auf gentechnische Veränderung würden in Zutatenlisten und auf Speisekarten stehen. Allerdings seien immer noch nicht alle mit Gentechnik hergestellten Produkte als solche zu erkennen.

Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende: "Das Kleingedruckte könnte den Albtraum der Gentech-Industrie wahr machen und dafür sorgen, dass der Anbau von Gentech-Pflanzen deutlich zurückgeht. Die Neuordnung der Märkte ist bereits in vollem Gang. Denn Hersteller und Händler wissen: Speiseöl, Corn-Flakes oder Schokoriegel mit Gentech-Label lassen sich in Deutschland und Europa nicht verkaufen. Deshalb steigen sie immer mehr auf Zulieferer um, die gentechnikfreie Ware garantieren können. Alles ändere wäre ökonomischer Selbstmord."

Der BUND wies gleichzeitig darauf hin, dass bestimmte Gentech-Lebensmittel weiterhin nicht gekennzeichnet werden müssten. Das gelte vor allem für Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert worden sind, also Milch, Käse, Joghurt, Fleisch und Eier. Dabei würden zur Zeit 80 bis 90 Prozent aller weltweit angebauten Gentech-Pflanzen zu Tierfutter verarbeitet. Umso wichtiger sei die Rolle der Bauern, denn die könnten dank der neuen Vorschriften erkennen, ob ein Futtermittel gentechnisch verunreinigt sei.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: "Die Bauern müssen ihre Marktmacht nutzen und den Saatgut- und Futtermittelhändlern zeigen, dass sie weiterhin ohne Gentechnik produzieren wollen. Damit können sie sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Bauern in den USA, Kanada und Argentinien sichern. Denn dort führt der ungeregelte Anbau von Genmais, Gensoja und Genraps bereits zu großflächiger gentechnischer Kontamination von Landwirtschaft und Umwelt."

Der BUND unterstützt Bauern beim Einrichten großflächiger gentechnikfreier Regionen mit einem speziellen Internetangebot, Informationen und Beratung. Mehr unter: http://www.faire-nachbarschaft.de

Ein Hintergrundpapier zu den neuen EU-Regeln für Gen-Food steht im Internet unter: http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/eu_gentechregeln_0404.pdf

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456, bzw. Philipp Prein, Tel. 030-27586-464, Fax: -449, Mobil: 0175-3715408, E-Mail: presse@bund.net




Jahresbericht 2007

Titelseite des Jahresberichtes 2007, Libelle als Titelbild

Einblicke in die Arbeit des BUND, seine Einnahmen und Ausgaben, die Zahl seiner Mitglieder und Förderer – das alles und noch viel mehr finden Sie im

Jahresbericht 2007 (4 MB)

Suche

Metanavigation: