26. September 2003
BUND: Erfolg am "Grünen Band". Länder übernehmen bundeseigene Flächen an früherer innerdeutscher Grenze
Gestern Abend einigten sich Bund und Länder grundsätzlich, dass die bundeseigenen Flächen im ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen an die Länder übertragen werden können. Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Brandenburg erklärten sich bereit, die Flächen zu übernehmen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht darin eine einmalige Chance, die Kette von wertvollen Biotopen im „Grünen Band“ zu erhalten.
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Das Tor zum Grünen Band steht weit auf. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung Mecklenburg-Vorpommerns. Dann wird es darauf ankommen, dass die Übergabe schnell und unbürokratisch verläuft und dass die Länder die Flächen konsequent für den Naturschutz sichern. Dafür werden wir uns einsetzen.“
65 Prozent der Fläche des knapp 1400 km langen Grünen Bandes sind in Bundesbesitz und wären bei einer Privatisierung gefährdet gewesen. Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte sich im Sommer bereit erklärt, diese unentgeltlich an die Länder zu übertragen. Das Angebot war an die Voraussetzung geknüpft, dass alle betroffenen Bundesländer zustimmen.
Der BUND engagiert sich seit 1989 für den Erhalt des Grünen Bandes. Mit Hilfe von Spendengeldern kauft der Verband besonders wertvolle Flächen auf. Nach Untersuchungen des BUND sind noch rund 85 Prozent des Grünen Bandes intakt, das heißt nicht durch Landwirtschaft oder Verkehrswege zerstört. Knapp die Hälfte der Fläche besteht aus Biotoptypen, die von der Roten Liste als gefährdet eingestuft werden, darunter Halbtrockenrasen, Zweigstrauchheiden und orchideenreiche Buchenwälder. In diesen Biotopen haben zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf gefunden, darunter Eisvogel, Fischotter, Frauenschuh.
Mehr zum Grünen Band im Internet unter: www.dasgrueneband.info
Bei Rückfragen: Philipp Prein, BUND-Pressestelle, Fon: 030-27586-464/-489, Fax: -449, Funk: 0151-11656734, E-Mail: presse@bund.net