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10. September 2003

Atomausstieg beschleunigen - Trittin muss über Terrorgefahren informieren

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte, wegen der anhaltendenden Terrorgefahr unverzüglich aus der Atomenergie auszusteigen. Das Thema gehöre auch auf die Tagesordnung des Energiegipfels in der kommenden Woche, zu dem die Bundesregierung die Vorstandschefs der großen Stromkonzerne eingeladen habe. Bundeskanzler Schröder und Umweltminister Trittin seien zudem verpflichtet, die Öffentlichkeit über die Gefährdung der Atomkraftwerke durch Terrorangriffe aufzuklären.

Nach dem Anschlag auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 in New York habe die Gesellschaft für Reaktorsicherheit im Auftrag der Bundesregierung umfangreiche Untersuchungen über die Gefährdung deutscher Atomanlagen durchgeführt. Die Ergebnisse seien Anfang 2003 an die Bundesländer übergeben worden. Bisher habe dies jedoch zu keinerlei Konsequenzen geführt.

Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: "Keines der Atomkraftwerke ist gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeuges gesichert. Dem widerspricht selbst das Bundesumweltministerium nicht. Auch die möglichen Folgen eines Anschlags, die weite Teile Deutschlands über Jahrzehnte unbewohnbar machen würden, werden nicht angezweifelt. Es ist völlig inakzeptabel, dass die Bevölkerung trotzdem in trügerischer Sicherheit gewiegt wird. Umweltminister Trittin muss darüber informieren, welch verheerende Folgen terroristische Anschläge auf Atomanlagen haben können." Die Vorschläge von Managern der Atomindustrie im Gefahrfall Atomkraftwerke einzunebeln, seien absurde Täuschungsmanöver. Terroranschläge mit Flugzeugen könnten auf diese Weise nicht verhindert werden.

Backhaus: "Flugzeuge fliegen auch im Nebel. Radar und Navigationssysteme lassen sich so nicht ausschalten. Derartige Vorschläge sind nur Nebelkerzen der Atomkraftwerksbetreiber, um die Bevölkerung über die tatsächlichen Risiken zu täuschen."

Die Bundesregierung müsse auch gegenüber der CDU/CSU und der FDP deutlich machen, dass unter anderem die Terrorgefahren dagegen sprechen, den Atomkonsens wieder aufzuweichen. Stattdessen sei ein wesentlich rascherer Ausstieg aus der risikoreichen Atomenergie nötig.

Bei Rückfragen: Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand bzw. Walter Jungbauer, BUND-Energiereferent, Tel. 030-27586-421, Fax: -440; E-Mail: presse@bund.net




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