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10. Oktober 2003

BUND: Kein weiterer Ausbau von Havel und Spree Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 jetzt beenden

„Die Schiffe den Flüssen anpassen, nicht die Flüsse den Schiffen" – mit dieser Botschaft demonstrieren heute Aktive des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei der Eröffnung der Elbe-Schiffsbrücke östlich von Magdeburg durch Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe. Die Brücke ermögliche ein wirtschaftliches Befahren der Ost-100West-Verbindung für die Binnenschifffahrt. Der weitere Ausbau von Havel und Spree sei ökologisch und ökonomisch nicht vertretbar.

Voraussichtlich ab Ende 2003 könnten voll beladene Europaschiffe nun ganzjährig vom Rhein nach Berlin über die neue Schiffsbrücke verkehren. Die im Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 vorgesehene Kanalisierung von Havel und Spree für noch größere Rheinschiffe würde fatale Folgen für den natürlichen Wasserhaushalt in Berlin und Brandenburg haben. Sinkende Wasserstände würden weitreichend Feuchtgebiete trocken fallen lassen und das Potsdamer Weltkulturerbe bedrohen.

Auch die aktuellen Bedarfsprognosen sprechen laut BUND gegen den Ausbau von Havel und Spree. Die 1992 in der Euphorie der Nachwendezeit gemachten Binnenschifffahrts-Prognosen auf dieser Strecke seien inzwischen um 70 Prozent nach unten korrigiert worden. Die Kosten stünden in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 ist überdimensioniert und umweltschädlich. Deshalb sollte es mit der Einweihung der Elbe-Schiffsbrücke beendet werden. Die Bundesregierung könnte so 1,3 Milliarden Euro sparen."

Weitere Informationen: Winfried Lücking, BUND-Flussexperte, Mobil: 0173-2061183 (vor Ort); oder Philipp Prein, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464, Fax: -449; E-Mail: presse@bund.net




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