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9. November 2003

Koch, Wulff, Milbradt, Böhmer, Platzeck und Althaus attackieren Agrarreform: Legehennenverordnung soll ausgehebelt werden. BUND startet Protest gegen Bundesländer

Gegen die Pläne der Landesregierungen von Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen, die Legehennenverordnung zu ändern, protestiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Briefe an die Ministerpräsidenten und Massen-Emails sollen die Länderchefs davon abhalten, am 28. November im Bundesrat der Hennenhaltung in Käfigen zuzustimmen. Diese Länder haben bereits am 30. Oktober im Agrar-Unterausschuss des Bundesrates dafür plädiert, Tierschutz-Standards in der Legehennenverordnung aufzuweichen und die Käfighaltung wieder einzuführen.

Demnach sollen sogenannte „ausgestaltete Käfige" erlaubt und erprobt werden. Die seit einem Jahr geltende Legehennenverordnung verbietet jedoch ab 2007 die Haltung von Hühnern in Käfigen, weil diese nicht artgerecht sind. Mehrere Bundesländer wollen das Verbot um drei Jahre hinausschieben.

Verschiedene Bundesländer wollen außerdem die Mindestfläche für Hühnerställe verkleinern und die Mindesthöhe streichen. Die vor einem Jahr von Agrarministerin Künast auf den Weg gebrachte Legehennenverordnung verlangt, dass Hühnerställe mindestens anderthalb mal zwei Meter groß und zwei Meter hoch sein müssen. Vorgeschrieben sind auch Nester, Sitzstangen und Einstreu. Die Hühner sollen artgemäß fressen, trinken, ruhen, Eier legen und im Staub baden können. Auch typische Bedürfnisse wie Scharren und Flattern müssen möglich sein.

BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: „Wenn sich einige wenige Bundesländer mit ihrer tierfeindlichen Politik durchsetzen, sind Verhaltensstörungen der Tiere vorprogrammiert. Die Verbraucher wollen aber keine Eier aus Käfigen oder Legebatterien. Wir müssen weg von den Agrarfabriken - dieser Satz von Bundeskanzler Schröder bleibt richtig. Wir dürfen nicht auf den nächsten Lebensmittelskandal warten sondern benötigen eine tiergerechte und umweltfreundliche Nutztierhaltung. Der Bundesrat muss dafür Verantwortung übernehmen."

Die Protest-Mail-Aktion wird am Montag, dem 10. November, gestartet.

Weitere Informationen: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489 BUND-Agrarreferentin, Reinhild Benning, Tel. 030-27586-481, Mobil: 0170-3688367; E-Mail: presse@bund.net




Jahresbericht 2006

Titelseite des Jahresberichtes 2006, Wildkatze als Titelbild

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