14. März 2003
BUND will bessere Verbraucherinformation
Zum Weltverbrauchertag hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Oppositionsfraktionen im Deutschen Bundestag aufgefordert, das Verbraucherinformationsgesetz nicht länger zu blockieren. Angesichts der nicht abreißenden Serie von Lebensmittelskandalen müssten die Rechte der Verbraucher gestärkt und die Möglichkeiten zur Verschleierung solcher Tatbestände durch die Hersteller beseitigt werden. Der Verbraucher müsse sich darauf verlassen können, ausschließlich gesunde und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu erhalten. Zur besseren Information seien auch Sanktionen gegen irreführende Werbemethoden nötig.
Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: "All zu oft wird mit Bildern von glücklichen Kühen und freilaufenden Hühnern ein falsches Bild der Wirklichkeit erzeugt. Die konventionelle Landwirtschaft sieht überwiegend anders aus: hochgezüchtete Turbokühe, Schweine auf Spaltenböden, Hühner in Legebatterien und Puten, die so gemästet werden, dass sie kaum noch laufen können. Die nach jedem Lebensmittelskandal angekündigte Transparenz vom Futtertrog bis zur Ladentheke ist nach wie vor eine Leerformel. Klare Kennzeichnungsregeln und das Verbraucherinformationsgesetz müssen dies so schnell wie möglich korrigieren."
Stärker kontrolliert werden müsse vor allem die Futtermittelindustrie. Erforderlich sei eine Positivliste für erlaubte Beimischungen zum Tierfutter. Es sei außerdem inakzeptabel, dass der weitaus größte Teil der Agrarsubventionen in eine Landwirtschaft fließe, die unter Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln erfolge. Die Förderung und Ausweitung des Ökolandbaus sei aktiver Verbraucherschutz.
Akut gefährdet sei auch die Wahlfreiheit für Verbraucher, die gen-veränderte Lebensmittel nicht kaufen wollen. Bundesagrarministerin Renate Künast habe für den Sommer die Aufhebung des Anbau-Moratoriums für gen-verändertes Saatgut angekündigt. Damit drohe eine flächendeckende gentechnische Verunreinigung von Biolandbau und konventioneller Landwirtschaft. Der BUND fordert klare Haftungs- und Entschädigungsregeln, nach denen Hersteller und Anwender gentechnisch veränderten Saatgutes die Kosten für Kontrollen und die Haftung bei Verunreinigungen übernehmen müssen.
Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/ -489, Fax: -449; Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net
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