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19. Februar 2003

Bahnstrecken sanieren statt Transrapid-Milliardengrab

BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm bei der Trauerfeier für die verschwendeten Transrapid-Milliarden.

Ein „Milliardengrab auf Stelzen“ hat der BUND heute vor dem Bundestag in Berlin aufgestellt. „Ruhestätte 5,9 Milliarden Euro“ ist auf dem Grabstein zu lesen. Euro-Milliarden-Scheine stecken im Rasen des Grabes. „Transrapid-Milliarden für die Schiene!“ fordert dazu ein Transparent. Der BUND protestiert mit seiner Aktion gegen die geplante Verschwendung von insgesamt rund 6 Milliarden Euro für Magnet­schwebebahnen in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Es sei ein gravierender Fehler der Bundesregierung, Zuschüsse in Milliardenhöhe für die beiden Metrorapidstrecken auszugeben. Mit den für beide Projekte vorgesehenen Geldern aus dem Bundeshaushalt, die noch einmal um 375 Millionen auf insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro aufgestockt werden sollen, sollten stattdessen Bahnstrecken saniert werden.

Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Als Milliardengrab droht das Prestige­projekt Transrapid zu enden. Deutschland hat ein Defizitverfahren am Hals und die Minister Stolpe und Clement träumen von überflüssi­gen und unwirtschaftlichen Magnet­bahnen. Die geplanten Strecken in Bayern und Nordrhein Westfalen sind verkehrspolitischer Unsinn. Sie machen den bestehenden Nahverkehrsmitteln Konkurrenz und halten keiner Kosten-Nutzen-Rechnung stand. Zusätzliches Geld dafür auszugeben widerspricht auch dem rot-grünen Koalitionsver­trag.“

Sowohl in Bayern als auch in Nordrhein-Westfalen unterstützt der BUND stattdessen alternative Vorschläge zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. So könne man in München die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Flughafen statt mit dem mindestens 1,6 Milliarden Euro teuren Transrapid auch mit einer nur rund 250 Millionen Euro kostenden Express-S-Bahn halbieren. Auch in Nordrhein-Westfalen würden zusätzliche Regional­expresslinien, schnellere Züge und höhere Taktdichten erheblich mehr Nutzen bringen. Von Fortschritten bei Bahn und Nahverkehr würden dann alle Verkehrsteilnehmer profitieren.

Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/ -489, Fax: -449; Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net

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