4. April 2003
Schweinehaltung muss artgerecht werden
Der vom Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt vorgelegte Entwurf einer Schweinehaltungsverordnung wird nach Einschätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht. Zwar müssten Ställe künftig mehr Platz, Licht und Möglichkeiten zum Spielen bieten, aber die Einzelhaltung von Sauen in Kastenständen werde leider nicht abgeschafft. Es fehle auch das Verbot von Betonspaltenböden und der Verstümmelung von Zähnen und Schwänzen.
Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: „Wir begrüßen zwar, dass Frau Künast mit ihrem Entwurf über die Mindestanforderungen der EU-Richtlinie hinausgeht. Die über 26 Millionen Schweine in Deutschland haben mit den neuen Haltungsvorschriften jedoch noch keine durchgreifende Verbesserung ihrer Lage zu erwarten. Es wird sich kaum etwas daran ändern, dass die Tiere weiter den Vorgaben der industriellen Massenproduktion angepasst werden. Wenn Landwirtschaftsministerin Künast der Agrarwende neuen Schwung verleihen will, muss sie hier noch nachbessern."
Der BUND fordert artgerechte Schweineställe, die für Futteraufnahme, Ruhe und Koten getrennte Bereiche haben. Außerdem seien angemessene Auslaufmöglichkeiten ins Freie notwendig, damit die Tiere sich beschäftigen können. Unter verbesserten Bedingungen würden die Schweine kaum Stress ausgesetzt. Das Kupieren der Schwänze und das Stutzen ihrer Zähne wären dann überflüssig.
Weiger: „Im ökologischen Landbau und beim Neuland-Verband gelten bereits vorbildliche Richtlinien. Damit die Verbraucher leichter erkennen können was sie kaufen, müssen alle tierischen Lebensmittel entsprechend ihrer Produktionsbedingungen künftig eindeutig gekennzeichnet werden. Der Handel, die Bauernverbände und die Centrale Marketinggesellschaft der Agrarwirtschaft müssen schleunigst entsprechende Initiativen ergreifen."
Lesen Sie hier den BUND-Kommentar zum Entwurf der Schweinehaltungsverordnung.
Bei Rückfragen:
Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481, Mobil: 0160-6324346;
Philipp Prein, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464, Fax: -449; Mobil: 0151-11656734, E-Mail: presse@bund.net
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