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1. September 2002

"Regierungschefs müssen den Menschen zuhören". BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt enthüllt Mahnmal beim Erdgipfel -  

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Partner von Friends of the Earth International (FoEI) haben an die Regierungschefs appel­liert, bei ihren Verhandlungen beim Erdgipfel die Bürgerinnen und Bürger nicht zu vergessen. Vor dem Konferenzzentrum in Johannesburg wurde ein Kunstwerk enthüllt, das die Stimmen von Menschen aus aller Welt symbolisiert.

"Der Erdgipfel ist keine Veranstaltung der Wirtschaft. Er ist ein Gipfel der ganzen Menschheit", sagte die BUND-Bundesvorsitzende Angelika Zahrnt: "Die Menschen wollen, dass ihr Leben und ihre Umwelt Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen erhalten. Dafür steht unser Mahnmal. Und das müssen die Regierungschefs hier in Johannesburg erreichen."

Von Bundeskanzler Schröder erwartet der BUND vor allem Taten. Angelika Zahrnt: "Angesichts der deutlichen Zunahme globaler Klimaextreme und Wetterkatastrophen muss der Anteil nachhal­tiger erneuerbarer Energien deutlich gesteigert werden - auf mindestens 10 Prozent bis 2010."

Deutliche Kanzler-Worte an die Gipfel-Teilnehmer erwartet Zahrnt auch beim Thema Unterneh­mens­verantwortung. "Das Verhalten global agierender Unternehmen trägt entscheidend dazu bei, dass sich viele Umweltprobleme in der Welt verschärfen. Deshalb muss Bundeskanzler Schröder sich in seiner Rede für eine internationale Konvention einsetzen, die global gültige soziale, ökolo­gische und menschenrechtliche Regeln für multinationale Konzerne festschreibt." Schließlich müsse der Umweltschutz gegenüber der wirtschaftlichen Globalisierung gestärkt werden. "Internationale Umweltkonventionen wie das Kyoto-Protokoll müssen Vorrang vor Handels­abkommen haben", so Zahrnt. Dies müsse in den Abschlussdokumenten des Gipfels deutlich gemacht werden.

In der Kunstinstallation stehen mehr als 5000 Pappmache-Figuren einem 6 Meter großen "Konzern-Riesen" gegenüber. Dieser Gigant ist von südafrikanischen Künstlern aus Schrott und Altmetall gebaut worden und etwa 6 Tonnen schwer. Die Figuren wurden in dreimonatiger Handarbeit von Unterstützern in Townships rund um Johannesburg gefertigt. Jede einzelne Figur steht dabei für eine Forderung an den Gipfel, die der BUND in den vergangenen Monaten überall auf der Welt gesammelt hat. Eine Soundinstallation mit weiteren Forderungen ist ebenfalls Bestandteil des Kunstwerks, das unter dem Motto "Don't let big business rule the world" steht.

Fotos der Aktion in Druckqualität stehen im Internet unter www.rio-plus-10.org/en/photos.php zum download bereit. Fahrten zu den beteiligten Townships können arrangiert werden.

Bei Rückfragen: Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende in Johannesburg, Tel. (0027) 72 4015418; Daniel Mittler, Weltgipfel-Experte des BUND in Johannesburg, Tel. (0027) 72401-5394; BUND-Pressestelle / Rüdiger Rosenthal, Tel: 030-27586425, Fax: -449, mobil: 0171-8311051, Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International: www.foei.org




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