5. September 2002
Wahlplakat-Persiflagen des BUND. Parteien reagieren gelassen bis nervös
CDU/CSU und SPD haben auf die Wahlplakat-Persiflagen des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zum Thema Gentechnik reagiert. Zu Beginn der heißen Wahlkampfphase hatte der BUND in der laufenden Woche die aktuellen Groß-Plakate von SPD, CDU und FDP zum Bundestagswahlkampf mit Aussagen pro und contra Gen-Food verfremdet.
Bezeichnete ein CDU/CSU-Fraktionssprecher die Kampagne des Umweltverbandes als „Volksverdummung", reagierte die SPD hingegen gelassen. Um die schwankende Position der SPD in Sachen Gen-Food anzuprangern, hatte der BUND Kanzler Schröder die Aussagen „Das Ziel meiner Arbeit? Null Prozent Gen-Food auf dem Tisch" und „Deutschland modernisieren heißt für mich auch, Gen-Food im Essen zu erhalten und auszubauen" auf seinen Wahlplakaten in den Mund gelegt. Auf dem CDU-Plakat äußerten Stoiber und Merkel: „Zeit für Gen-Food. Gemeinsam Deutschland kontaminieren". Und ein lächelnder Guido Westerwelle verkündete auf einem persiflierten FDP-Plakat „Die neue Generation für manipuliertes Essen, mindestens 18 Prozent Gen-Food auf jeden Tisch."
Sowohl SPD und CDU wollen nicht gegen die persiflierten Wahlplakate und Anzeigen vorgehen, die der BUND in der Berliner Tageszeitung veröffentlicht hatte. Mit der Kampagne will der BUND Verbraucher für das Thema Gen-Food sensibilisieren und die verschiedenen Positionen der Parteien dazu öffentlich machen.
Norbert Franck, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BUND: „Da CDU/CSU und FDP nicht gegen die Aussage, sie seien für die gentechnische Kontamination Deutschlands, vorgehen wollen, müssen wir leider annehmen, dass sie tatsächlich an der Absicht festhalten, Deutschland flächendeckend mit gentechnisch veränderten Organismen zu kontaminieren. Sie stellen sich damit eindeutig gegen die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher, die zu 80 Prozent Gentechnik im Essen ablehnen."
Die Plakat-Kampagne findet in der morgigen Tageszeitung ihre Fortsetzung mit dem bekannten Schröder-Köpf-Wahlplakat und der Aussage von Ehefrau Doris: „Liebling, der BUND will mit dir zusammen Gen-Food verhindern. Worauf wartest du?"
In einem Brief an SPD-Generalsekretär Franz Müntefering hat heute BUND-Bundesgeschäfts-führer Gerhard Timm der SPD Unterstützung bei der Gesetzgebung im Bereich Verbraucher-schutz und Grüner Gentechnik angeboten.
Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/ -489, Fax: -449; Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net.
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