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9. September 2002

Atomkraftwerke sind potenzielle Terrorziele

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, dass ein Jahr nach den Terroranschlägen in den USA die Bedrohungslage für deutsche Atomkraftwerke noch immer nicht umfassend analysiert sei. Zwar habe Bundesumweltminister Jürgen Trittin der zuständigen Reaktorsicherheitskommission damals einen entsprechenden Prüfauftrag erteilt, aber ein Ergebnis sei bis heute nicht veröffentlicht. Der BUND fordert, die Atomkraftwerke wegen ihrer unkalkulierbaren Risiken sofort abzuschalten und durch ungefährliche Energiequellen zu ersetzen. Insbesondere die ältesten Atomkraftwerke Obrigheim, Stade, Biblis A, Brunsbüttel und Philippsburg Eins seien nicht gegen Flugzeugabstürze ausgelegt. Sie könnten bestenfalls dem Absturz eines leichten und langsam fliegenden Sportflugzeuges standhalten.

Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: "Der Zwischenbericht der Reaktorsicherheitskommission vom Oktober 2001 hat bestätigt: Kein deutsches Atomkraftwerk ist gegen Flugzeugabstürze ausreichend gesichert. Beim Crash eines Passagierflugzeuges auf eine Atomanlage ist die massive Freisetzung radioaktiver Stoffe wahrscheinlich. Wir fordern deshalb von Bundesumweltminister Trittin, die Atomkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen." BUND-Atomexperte Professor Klaus Traube: "Wenn ein großes Verkehrsflugzeug auf ein Atomkraftwerk abstürzt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein katastrophales Versagen der Sicherheitssysteme und die Freisetzung riesiger Mengen an Radioaktivität die Folge. Bei einem deutschen Atomkraftwerk wäre die Katastrophe wegen der weit höheren Besiedlungsdichte noch verheerender als die Katastrophe von Tschernobyl - viele Millionen Menschen müssten aus weiten Gebieten Deutschlands auf Dauer evakuiert werden. Diese Gefahr sieht jeder Fachmann. Die Reaktorsicherheitskommission muss nun endlich der Öffentlichkeit ungeschminkt über die Wirkung solcher Flugzeugabstürze berichten. Die politische Konsequenz wäre klar: Atomkraftwerke gehören abgeschaltet."

BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal, Tel. 030-27586425, eMail: presse@bund.net




Jahresbericht 2007

Titelseite des Jahresberichtes 2007, Libelle als Titelbild

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