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6. November 2002

Wohnraum erhalten, Flächenverbrauch reduzieren. BUND fordert ökologische Ausrichtung der Eigenheimzulage -  

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert, dass die Wohneigentumsförderung konsequent nach städtebaulichen und ökologischen Kriterien reformiert wird. Die bisherige Regelung treibe die Zersiedelung der Landschaft voran, indem sie den Neubau von Häusern außerhalb der Siedlungsgrenzen begünstigt. Von den heutigen Verhandlungen erwartet der BUND, dass die Regierungskoalition die Eigenheimzulage für Neu- und Altbau wie geplant angleicht und durch einen Ökobonus für Wohnraum in Siedlungsgebieten ergänzt.

Dr. Brigitte Dahlbender, stellvertretende Bundesvorsitzende des BUND: "Die Eigenheimzulage belohnt den Neubau von Häusern doppelt so hoch wie den Erwerb von Altbauwohnungen. Damit fördert sie die Stadtflucht und trägt dazu bei, dass in Deutschland täglich 130 ha Land verbaut werden. Das entspricht etwa der Fläche von 150 Fußballfeldern. Die ökologische Ausrichtung der Zulage kann diese Entwicklung bremsen und die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden erhöhen."

Mit einem zusätzlichen Ökobonus könne die Regierung Siedlungsgebiete gezielt aufwerten. Davon sollten diejenigen profitieren, die bestehende Wohnungen kaufen und sanieren oder auf innerstädtischen Industriebrachen und in Baulücken neu bauen. Um den Energieverbrauch der Haushalte zu senken, sollten außerdem die Zulagen für energiesparende Bauweisen im Alt- und Neubau erhalten bleiben. Tilmann Heuser, BUND-Städtebauexperte: "Von einer Ökologisierung der Wohnraumförderung profitieren nicht nur die Umwelt und die Stadtbewohner, sondern auch die Bauwirtschaft. Durch eine gezielte Förderung der Sanierung von Altbauten können unter Umständen mehr Arbeitsplätze im Bauhandwerk geschaffen werden, als durch den Rückgang von Neubauten verloren gehen."

Zur weiteren Reduzierung des Flächenverbrauchs hält der BUND es für notwendig, die Entfernungspauschale für Pendler schrittweise abzuschaffen. Diese erhöhe ebenfalls den Anreiz, aufs Land zu ziehen, und koste den Steuerzahler derzeit 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. Heuser: "Eine Zersiedelungsprämie schadet nicht nur der Umwelt, sie ist auch sozial ungerecht. Sie begünstigt insbesondere Besserverdienende. Wenn Geringverdienende und Auszubildende mit langen Pendlerwegen entlastet werden sollen, dann wäre es für den Finanzminister billiger, diesen einen direkten Zuschuss zu geben."

Bei Rückfragen: BUND-Städtebauexperte, Tilmann Heuser, Tel. 030-27586-435/-482 oder BUND-Pressestelle, Philipp Prein, Tel. 030-27586-464, Fax: -449, E-Mail:presse@bund.net

Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International: www.foei.org

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