13. November 2002
NABU und BUND fordern Gebiets-Nachmeldungen für europäisches Schutzgebietsnetz. Europäische Naturerbe in Deutschland nicht ausreichend geschützt - - Gemeinsame Pressemitteilung von BUND und NABU
Der Naturschutzbund NABU und der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) haben auf der Bewertungskonferenz der EU-Kommission in Potsdam die umfangreiche Nachmeldung bedrohter Lebensräume und Arten für das Europäische Netzwerk Natura 2000 gefordert. Ein von der EU beauftragtes unabhängiges Institut hat die von den Mitgliedsstaaten gemäß europäischer Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) gemeldeten Gebiete für die kontinentale Region bewertet. Zur kontinentalen Region gehört der größte Teil Deutschlands, vor allem die Mittelgebirgsregionen, Ost- und Süddeutschland.
"Das Ergebnis der unabhängigen Prüfer hat ergeben, dass Deutschland von insgesamt 74 Lebensraumtypen der kontinentalen Region nur für 10 Lebensräume ein ausreichendes Schutzgebietsnetz vorgesehen hat", berichtete Andreas von Lindeiner, Vertreter von NABU und BUND auf dieser Konferenz. Eine noch schlechtere Bewertung zeichne sich beim Schutz gefährdeter Tiere und Pflanzen in Deutschland ab. Praktisch alle gefährdeten Fisch- und Insektenarten wurden als unzureichend geschützt bewertet.
"Die meisten Bundesländer haben die EU-Richtlinie auf die leichte Schulter genommen, eine fachlich ungenügende Planung vorgelegt und die notwendigen Meldungen auf Kosten der Natur verschleppt. Die EU hat jetzt klar gestellt, dass sie einen nachlässigen Schutz von Europas Naturschätzen nicht hinnehmen wird", so von Lindeiner. NABU und BUND sehen ihre naturschutzfachliche Arbeit durch die EU-Kommission bestätigt, die weitgehend den fachlichen Einschätzungen der Verbände gefolgt ist.
Besonders große Defizite weisen die deutschen FFH-Meldungen beim Schutz der Buchenwälder auf. Dies wiege nach Ansicht der Verbände um so schwerer, als Deutschland im Verbreitungsschwerpunkt der Buchenwälder liege und daher eine besonders große Verantwortung für deren Schutz trage. Auch bei Wiesen, Heiden und natürlichen Gewässern sei Deutschland zu erheblichen Nachmeldungen verpflichtet worden.
Für Rückfragen: Christoph Heinrich, NABU-Naturschutzexperte, Tel. 0228-4036-163 oder NABU-Pressestelle Telefon +49-0228-4036-141, Fax +40-0228-4036-206; presse@nabu.de
Thomas Norgall, BUND-Naturschutzexperte, Tel. 069-6773-7614 oder BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/ -489, Fax: -449; E-Mail: presse@bund.net
Sie möchten regelmäßig und automatisch die Pressemitteilungen des BUND-Bundesverbandes erhalten? BUNDpressemitteilungen abonnieren