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24. Mai 2002

BUND zum Tag der Parke: Stärkere Unterstützung für Großschutzgebiete gefordert

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich des heutigen Europäischen Tags der Parke die Bundesregierung aufgefordert, mehr Verantwortung für das Naturerbe zu übernehmen. Die Bundesregierung solle sich stärker für das Ansehen und den Schutz naturbelassener Gebiete engagieren, zusätzliche Mittel für den Bildungsauftrag der Großschutzgebiete bereitstellen und den grenzüberschreitenden Naturschutz ausbauen.

Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: "Naturparke, Biosphärenreservate und Nationalparke sind ein unersetzliches Refugium - für bedrohte Pflanzen und Tiere genauso wie für erholungs-suchende Menschen. Diese Gebiete können Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung sein. Leider gehört Deutschland mit nur 0,5 Prozent Nationalparkanteil zu den Schlusslichtern in Europa. In den Großschutzgebieten fehlt es außerdem an Informationszentren und qualifiziertem Personal. Die ‚Ranger' in amerikanischen Nationalparks genießen hohes Ansehen, unsere ‚Naturwacht' aber führt aus Geldmangel ein Schattendasein. Dabei sind sie nicht nur Wächter der Schutzbestimmungen, sondern vor allem auch Ansprechpartner für Besucher."

In Deutschland müsse es mehr Gebiete geben, in denen die Natur sich selbst überlassen bleibe. Dies könne durch die Schaffung neuer Nationalparke und im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 geschehen. In Biosphärenreservaten, in Naturparken und in Naturschutzgebieten sei es möglich, „wilde" Kernzonen auszuweisen. Das neue Bundesnaturschutzgesetz hätte die Chancen für eine solche Entwicklung deutlich verbessert. Unter dem Motto „Wildnis in Deutschland" verfolgt der BUND das Ziel, den Anteil naturbelassener Flächen auf rund fünf Prozent des Bundesgebietes zu steigern.

Die zentrale Festveranstaltung zum Europäischer Tag der Parke wird heute in der Sächsisch-Böh-mischen Schweiz mit einer historischen Raddampferfahrt auf der Elbe zwischen Pirna und Decin begangen. Eingeladen haben EUROPARC Deutschland, die Dachorganisation von über 40 deutschen Schutzgebieten, und EUROPARC Tschechien - beides Sektionen der europäischen Föderation der Natur- und Nationalparke. Unter dem Motto "Lebensband Elbe - grenzenlose Vielfalt" wird auf den grenzüberschreitenden Schutz von Natur- und Kulturlandschaften aufmerksam gemacht. Ein Ziel, das auch bei der engen Zusammenarbeit zwischen den angrenzenden Nationalparken Sächsische Schweiz und Ceske Svycarsko verfolgt wird.

Zahrnt: "Naturschutz darf nicht an Länder- oder Staatsgrenzen halt machen. Flussbaumaßnahmen am deutschen Teil der Elbe oder der geplante Bau von Staustufen auf tschechischer Seite sind äußerst kritisch zu sehen, denn sie könnten die Dynamik des Flusses entscheidend gefährden."

Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/ -489, Fax: -449; Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net.




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