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31. August 2002

Umweltschutz statt Konzerninteressen. "Tag der Industrie": BUND fordert globale Regeln zur Unternehmensverantwortung -  

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich beim Erdgipfel in Johannesburg nachdrücklich für eine internationale Konvention zur Unternehmensverantwortung einzusetzen. Eine solche Konvention müsse global gültige soziale, ökologische und menschenrechtliche Regeln für multinationale Konzerne beinhalten, sagte die BUND-Bundesvorsitzende Angelika Zahrnt. Die Forderung nach globalen Regeln für Konzerne ist einer der Hauptstreitpunkte auf dem Johannesburger Gipfel.

Zahrnt forderte Bundeskanzler Schröder auf, sich am Montag in seiner Plenarrede für eine solche Konvention zur Unternehmensverantwortung einzusetzen. "Deutschland hat die Pflicht und die Chance, die Verhandlungen in diesem Punkt massgeblich zu beeinflussen. Das Verhalten global agierender Unternehmen trägt entscheidend dazu bei, dass sich viele Umweltprobleme in der Welt verschärfen. Nur ein internationales Abkommen kann diesen Trend stoppen."

Freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie seien hingegen nicht ausreichend. In diesem Zusammenhang kritisierte Zahrnt den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dieser hatte nur wenige Wochen vor dem Erdgipfel eine gemeinsame Initiative für eine nachhaltige Wirtschaftpolitik platzen lassen. Die so genannten "Grundsätze zur Stärkung von Umweltschutz bei Auslandsdirektinvestitionen" waren auf Initiative des Bundesumweltministeriums in einem anderthalbjährigen Dialogprozess mit Wirtschaft, Gewerkschaften sowie Umwelt und Entwicklungsverbänden ausgearbeitet worden. Sie sollten auf dem Erdgipfel in Johannesburg als deutscher Hauptbeitrag der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Zahrnt: " Nicht einmal der Weltumweltgipfel hat den BDI dazu gebracht, mit einer freiwilligen Vereinbarung einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu tun. Jetzt sind die Regierungen am Zuge. Die Bundesregierung muss alles tun, um hier in Johannesburg verbindliche internationale Regeln für die Wirtschaft auf den Weg zu bringen", erklärte die BUND-Vorsitzende.

Bei Rückfragen: Daniel Mittler, Weltgipfel-Experte des BUND, Tel. in Johannesburg 072-4015394; Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende, Tel. in Johannesburg 072-4015418, www.rio-plus-10.org Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International: www.foei.org




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