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                                                                                                               Schwerin, den 01.07.08 / 41-08


BUND wehrt sich gegen Flugplatz Zweedorf am Salzhaff
Zweitägige Mahnwache vor dem Schweriner Schloss

Die Bürgerinitiative "Wir am Salzhaff" und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) protestieren mit einer zweitägigen Demonstration gegen die andauernde Fluglärmbelastung am Salzhaff durch den "Verkehrslandeplatz Zweedorf" bei Rerik im Landkreis Bad Doberan.

Ab Mittwoch, dem 02.07.2008, 10.00 Uhr bis zum Ende des nächsten Tages inklusive einer Nachtwache werden die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Gemeinden auf der Schlossbrücke vor dem Schloss Schwerin mit fantasievollen Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam machen. So wird das Mitglied der BUND-Ortsgruppe "Zweedorf-Rerik", der Holzbildhauer Bruno Blank aus der Nähe von Rerik, verschiedene Skulpturen vor dem Schloss postieren, die die fehlenden Aktivitäten der Behörden gegen den Fluglärm symbolisieren werden.

BUND und Bürgerinitiative fordern in der für den Naturtourismus ausgesprochen wertvollen Region die Einstellung des Flugbetriebs. Entgegen den Verlautbarungen des Betreibers der Airpark-Zweedorf GmbH müssen die Anwohner einen stärker werdenden Flugbetrieb registrieren. Die Kleinflugzeuge dringen dabei zunehmend in das EU-Vogelschutzgebiet "Küstenlandschaft Wismarbucht" vor. Ortsansässige Ornithologen bestätigen immer wieder Tiefflüge über den Naturschutzflächen, die große Rastbestände von geschützten Zugvögeln zum Auffliegen zwingen.

Seit vielen Jahren kämpfen die Bewohner der Region gegen die Beeinträchtigung ihrer Gesundheit und ihrer Lebensqualität und beobachten mit Sorge die Pläne der Flugplatzbetreiber, neben der Rollbahn in einer weitgehend unzersiedelten Landschaft eine Ferienhaussiedlung zu errichten. Damit droht der Flugtourismus weiter zuzunehmen.

Unterstützt werden die Menschen am Salzhaff durch die Gemeinde Rerik, die bereits mit juristischen Mitteln gegen die Genehmigung für den Flugplatz vorgegangen ist und eine Beschwerde bei der EU-Kommission anstrengt. Ihr Hauptargument ist die fehlende Untersuchung der Umweltverträglichkeit, obwohl es sich mit dem nah gelegenen Schutzgebiet "Küstenlandschaft Wismarbucht" um ein europäisches Schutzgebiet handelt, für das eine entsprechende Verträglichkeitsuntersuchung zwingend vorgeschrieben ist.

Der BUND ist empört, mit welcher Ignoranz Wirtschafts- und Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern als Genehmigungsbehörde bisher auf die Argumente der Betroffenen reagierten. Mit ihren bisherigen Reaktionen gehen die Behörden nicht auf die berechtigten Sorgen und Nöte der Menschen ein und reagiert mit Beschwichtigungen und Ausflüchten. Lärmmessungen wurden bisher nicht eingeleitet.

Mit ihrer Aktion wollen BUND und Bürgerinitiative die Gemeinde Bastorf, auf deren Territorium der Flugplatz liegt, und das Verkehrsministerium dazu bewegen, die Baupläne am Flugplatz zu stoppen und die Betriebsgenehmigung zu überprüfen. Weiterhin fordern sie ein schärferes Vorgehen gegen die Überfliegung von Naturschutzgebieten.

 

V.i.S.d.P. Arndt Müller, Referent für Naturschutz, Tel. 0385 - 521 339 15