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Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Regionalverband Mittlerer Oberrhein
EnBW-Gefahrstrom... Das Atomkraftwerk Philippsburg verstrahlt schon im Normalbetrieb seine Umgebung (Bericht des Umweltinstituts München) Schon vom so genannten Normalbetrieb von Atomkraftwerken können gesundheitliche Gefahren ausgehen. Dies wird von einer Studie belegt, die eine signifikante Erhöhung der Krebsrate bei Kindern im 5 km Nahbereich deutscher Atomkraftwerke nachweist (A. Körblein, W. Hoffmann, Childhood Cancer in the Vicinity of German Nuclear Power Plants, Medicine & Global Survival, August 1999, Vol.6: 18-23). Außerdem lässt sich zeigen, dass Philippsburg für sich betrachtet der einzige deutsche Standort von Atomkraftwerken ist, an dem die Krebsrate bei Kindern signifikant erhöht ist. Die Erhöhung beträgt im 5 km Umkreis 87% (12 beobachtete gegenüber 6,4 erwarteten Fällen). In der 5-15 km Zone um das KKP liegt die Krebsrate dagegen ganz nahe am Bundesdurchschnitt (97 beobachtete Krebsfälle gegenüber 95,5 erwarteten). Damit ist die Krebsrate bei Kindern im 5 km Nahbereich signifikant größer als im 5-15 km Außenbereich. Die Erhöhung um das Atomkraftwerk Philippsburg der Energie Baden-Württemberg (EnBW) ist also nicht mit einer insgesamt erhöhten Krebsrate in Nordbaden zu erklären. Die Studie des Mainzer Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) zu Krebsraten bei Kindern um die 20 Standorte von kerntechnischen Anlagen (KTA) in Deutschland ergab keinen auffälligen Befund. Das Risiko für Kinder unter 15 Jahren, in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen an Krebs zu erkranken, wurde darin gerade so hoch ermittelt wie in geeignet gewählten Vergleichsregionen (relatives Risiko = 0,99). Da diese Studie einen großen Zeitraum von 16 Jahren und 20 westdeutsche Standorte umfasst, sah man in dieser Frage keinen weiteren Forschungsbedarf mehr. Neben den 15 deutschen Standorten von Atomkraftwerken umfasste der IMSD-Bericht aber auch die Kernforschungszentren Karlsruhe und Jülich, den seit 1985 stillgelegten Versuchsreaktor in Kahl und zwei Leistungsreaktoren, die nur kurze Zeit in Betrieb waren: Mülheim-Kärlich mit nur wenigen Monaten Probebetrieb, und den Hochtemperaturreaktor in Hamm mit etwa 400 Volllasttagen. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München e.V. führte nun mit der gleichen Methodik eine Neuauswertung der Daten durch, die sich jedoch auf die 15 Standorte der Atomkraftwerke beschränkte. Er ermittelte dabei eine signifikante Erhöhung der Krebsrate bei Kindern unter 15 Jahren im Nahbereich (0-5 km) der Atomkraftwerke um 22% (p=0,047), um Siedewasserreaktoren sogar um 40% (p=0,0205). Bei Kleinkindern unter 5 Jahren ergab sich einer Erhöhung der Krebsraten im Nahbereich um 53% erhöht (p=0,0034), um Siedewasserreaktoren um 70%. Leukämien sind bei Kleinkindern im Nahbereich mit 76% noch deutlicher erhöht (p=0,012). Der IMSD-Bericht enthält auch Daten für die Standorte von kerntechnischen Anlagen in der ehemaligen DDR. Auch dort errechnet sich im 15 km Umkreis eine signifikante Erhöhung der Krebsrate bei Kindern unter 15 Jahren um 25% (p=0,045). Diese Erhöhung war im IMSD-Bericht nur deshalb nicht auffällig, weil dort ein zweiseitiger Test verwendet wird, während Körblein einseitig testet. Auch in der Vorläuferstudie des IMSD, der den Zeitraum 1980-90 umfasste, war der einseitige Test angewandt worden. Es ist nicht einsichtig, weshalb in der neuen IMSD Studie von 1997 zweiseitig getestet wird, obwohl sich die Fragestellung nicht geändert hat. Interessant ist doch nur, ob die Krebsraten um Atomkraftwerke erhöht sind. Eine mögliche Erniedrigung der Krebsraten zu prüfen, macht wenig Sinn, da nachgewiesen ist, daß Strahlung bei Kindern Krebs auslöst. Und zu einer einseitigen Fragestellung gehört der einseitige Test. Eine weitere Studie wurde 1995 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für die 5 bayerischen Standorte kerntechnischer Anlagen erstellt. Sie ergab, wie die Arbeit des IMSD, keine Auffälligkeiten bei kindlichen Krebsfällen. Aber auch hier waren neben den 3 Standorten von Atomkraftwerken (Gundremmingen, Isar, Grafenrheinfeld) zwei weitere Standorte in die Untersuchung einbezogen worden: der 1985 stillgelegte Versuchsreaktor in Kahl und der Forschungsreaktor in Garching, dessen thermische Leistung 1000-mal kleiner ist als die eines üblichen Leistungsreaktors. Wie schon bei der IMSD-Studie zeigt sich eine deutlich signifikante Erhöhung der Krebsrate um 35% im 15-km Umkreis dann, wenn nur die 3 KKW-Standorte berücksichtigt werden (p=0,0043). Die Erhöhung der Krebsrate an den beiden Standorten Gundremmingen und Isar ist sogar einzeln signifikant. Schon 1993 wurden vom Bundesamt für Strahlenschutz Daten der Krebsinzidenz bei Kindern in Bayern in den Jahren 1983-89 veröffentlicht. Auch hier wurde die Frage nach erhöhten Leukämieraten bei Kindern um die Standorte von kerntechnischen Anlagen untersucht. Eine Auffälligkeit wurde nicht festgestellt. Mit Hilfe dieser Daten lässt sich aber zeigen, dass die Krebsrate in den Landkreisen um die 3 bayerischen KKW-Standorte gegenüber den restlichen bayerischen Landkreisen erhöht ist. Die Erhöhung beträgt 42% und ist auf dem 1 Promille Niveau signifikant. Auch die Leukämierate ist signifikant erhöht. In keiner der oben betrachteten drei offiziellen Studien wird eine Auffälligkeit der Inzidenz von Krebs- oder Leukämieraten in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen festgestellt. Dagegen ergeben die Reanalysen derselben Daten in jedem Fall statistisch auffällige Ergebnisse, wenn sich die Auswertung auf die Standorte von Atomkraftwerken beschränkt. Die Ergebnisse der Neuauswertung der IMSD-Daten hat Körblein, zusammen mit dem Bremer Epidemiologen Wolfgang Hoffmann, in der Fachzeitschrift "Medicine and Global Survival" vom August 1999 veröffentlicht. Von Alfred Körblein, Umweltinstitut München e.V. Atomkatastrophenschutz mit Jodtabletten? AKW Philippsburg: Ein Interimslager soll Kapazitäten für Jahrzehnte schaffen Gegen weitere Atommülltransporte (außerhalb unserer Seiten) X-tausendmal quer Castor stoppen Siemens-Boykott Indymedia Sortir du nucléaire Internationale Ärzte und Ärztinnen gegen den Atomkrieg IPPNW Studiengruppe Zukunftsforschung u. genetische Unversehrtheit e. V. |