Title: Subventionen umlenken
Subtitle: Agrarsubventionen umlenken
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Agrarsubventionen umlenken

Die zwei Säulen der EU-Agrarsubventionen.
Die zwei Säulen der EU-Agrarsubventionen.

Hätten Sie's gewusst?

Der größte Posten im EU-Haushalt ist mit rund 40 Prozent oder knapp 60 Milliarden Euro der europäische Agrartopf. Über neun Milliarden davon stammen von deutschen Steuerzahlern. Zurück nach Deutschland fließen rund sechs Milliarden.

Doch wofür setzt die EU das Geld ein? Bisher ist der größte Teil der Gelder nicht an bestimmte Ziele gebunden, sondern wird nach dem Gießkannenprinzip pauschal je Hektar ausgezahlt.

Den größten Anteil machen Direktzahlungen aus, die nach Betriebsgröße gezahlt werden, ohne dass dafür besondere Leistungen für Umwelt- und Tierschutz eingefordert werden. Hier profitieren wenige Betriebe mit großen Flächen und wenigen Arbeitskräften. Bis zu 120.000 Euro Fördermittel können auf eine Arbeitskraft kommen. Kleinere Betriebe erhalten deutlich weniger. Die Direktzahlungen aus Brüssel betragen im EU-Durchschnitt 262 Euro je Hektar. In Deutschland sind es 344 Euro je Hektar.

Die gesetzlichen Mindeststandards, die die Landwirtschaft erfüllen muss, um die Gelder zu erhalten erlauben:

  • tierquälerische Haltung
  • den Einsatz von Gentechnik
  • Überdüngung und damit Artenverlust und Gewässerbelastungen

Zu den Marktmaßnahmen zählen auch Exportsubventionen, die Bauern in Europa und vor allem in Entwicklungsländern schaden. Aber gerade bäuerliche, tier- und umweltgerecht wirtschaftende Betriebe erhalten unsere Landschaft und schaffen Arbeitsplätze. Die Zahlen zeigen die ungerechte Verteilung: 1,5 Prozent der Betriebe kassieren ein Drittel aller Direktzahlungen.

Die Mittel der sogenannten "Zweiten Säule" der Agrarförderung fallen mit nur 20 Prozent der gesamten Zahlungen deutlich geringer aus. Aus ihr werden jedoch die gesellschaftlich relevanten Leistungen bezahlt. Dazu gehören u. a. Agrar-Umweltprogramme, das Management der Natura-2000-Gebiete und die Regionalvermarktung. Trotz der ohnehin geringeren Ausstattung stehen in Deutschland für diesen Bereich 23 Prozent weniger Fördergelder zur Verfügung.

Das haben wir satt!

Zeichnung von Huhn mit Antibiotika-Pillen drin. Graphik: gezett.de

Zu Beginn des Jahres haben wir aufgedeckt, dass Fleisch in Supermärkten oft mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist. Fast ein Jahr nach dem Antibiotika-Skandal soll nun am 28. November ein neues Arzneimittelgesetz in einer Anhörung erörtert werden. Eventuell gibt es auch schon eine Abstimmung im Bundestag. Ein Grund zur reinen Freude wird das jedoch nicht sein, denn das Gesetz enthält nicht einmal ein verbindliches Senkungsziel für den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung.


Aufruf an Agrarministerin Aigner unterzeichnen!

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