Hormonelle Schadstoffe – Attacke auf das Hormonsystem

Was haben eine Konservendose, eine Luftmatratze und eine Körpercreme gemeinsam? Das ist kein schlechter Witz, ganz im Gegenteil: Diese und viele andere Alltagsprodukte können Chemikalien enthalten, die wie Hormone wirken. In der Innenbeschichtung der Dose steckt Bisphenol A, in der Luftmatratze sind Weichmacher und die Körpercreme enthält Parabene.

Moleküle; Foto: net_efekt/ flickr.com

Was sind hormonelle Schadstoffe?

Das sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die

  • in das Hormonsystem eingreifen, das den gesamten Stoffwechsel des menschlichen Körpers steuert
  • natürliche (Sexual-)Hormone imitieren oder blockieren und somit z.B. "verweiblichen" oder "vermännlichen" können
  • für Kinder besonders gefährlich sind, da das Hormonsystem die körperliche und geistige Entwicklung steuert
  • in bestimmten sensiblen Zeitfenstern der Entwicklung (wie Fötusentwicklung und Pubertät) zu gravierenden Schäden führen können
  • bei Jungen und Männern unter anderem mit Missbildungen der Geschlechtsorgane, Hodenkrebs und geringerer Anzahl und Qualität der Spermien in Verbindung gebracht werden
  • bei Mädchen und Frauen zu verfrühter Pubertät führen und das Brustkrebsrisiko erhöhen können
  • als mögliche Ursache für eine Tendenz zu Allergien, Diabetes, Fettleibigkeit, Störungen der Gehirnentwicklung, Verhaltensauffälligkeiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert wurden
  • in geringen Mengen schädlicher sein können als in hohen Konzentrationen und deshalb mit üblichen Testsystemen nicht zu bewerten sind
  • Cocktaileffekte aufweisen, also in Kombination mit anderen Stoffen eine stärkere Wirkung entfalten.

Menschen werden unzureichend geschützt

Obwohl immer mehr Studien auf den Zusammenhang zwischen hormonellen Schadstoffen und dem gehäuften Auftreten vieler Krankheiten hinweisen, werden die Menschen weltweit nicht vor diesen Stoffen geschützt. Ob Nahrungsmittel, Alltagsprodukte oder Kosmetika: Wir sind in unserem täglichen Leben zahlreichen Quellen für hormonelle Schadstoffe ausgesetzt. Etwa 550 Chemikalien, die im Verdacht stehen, ähnlich wie Hormone zu wirken, wurden bisher identifiziert. In Europa sind erst wenige Verbote für einzelne Stoffe und Einsatzbereiche in Kraft, beispielsweise das Verbot von Bisphenol A in Babyfläschchen. Aktuell arbeitet die EU-Kommission an der Überarbeitung der veralteten Strategie der Europäischen Union für Umwelthormone. Zudem müssen bis Ende 2013 Kriterien für hormonelle Stoffe vorgelegt werden. Das schreiben die Pestizid- und Biozidgesetzgebungen vor. 

ToxFox – Der Kosmetik-Check spürt hormonell wirksame Stoffe im Duschgel auf

Frau im Supermarkt, die ein Kosmetikprodukt mit der ToxFox-App checkt

Rund ein Drittel der Pflege- und Kosmetikprodukte auf dem deutschen Markt enthalten hormonell wirksame Chemikalien, die unter anderem mit der Zunahme von Brust-, Prostata- und Hodenkrebs in Verbindung gebracht werden. Um diese Stoffe aufzuspüren, hat der BUND den ToxFox erfunden: Per Handy oder Internet können Kosmetika damit spielend leicht auf die problematischen Inhaltsstoffe uüberprüft werden. Mehr...

EDC Free – Hormonelle Schadstoffe stoppen

Skulptur"Molekularmann"; Foto: the voice of objective truth/ flickr.com

Wir alle sind in unserem täglichen Leben Chemikalien ausgesetzt, die wie Hormone wirken (auch Endokrine Disruptoren –  kurz: EDCs – genannt). Viele Studien zeigen, dass sie zu einer Reihe von Krankheiten beitragen. Der BUND fordert mit anderen Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, die Belastung der Menschen mit hormonellen Schadstoffen zu verringern.

Kampagnenaufruf als pdf herunterladen

Hormonelle Schadstoffe müssen besser reguliert werden

Moleküle; Foto: lucidtech/ flickr.com

Die EU ist derzeit dabei, Kriterien für hormonell wirksame Chemikalien zu entwickeln. Es ist wichtig, dass eine möglichst breite Definition verabschiedet wird, die alle relevanten hormonellen Schadstoffe abdeckt.

Hintergrundpapier zu endokrin wirkenden Chemikalien herunterladen

Gefährliche Lieblinge – Hormoncocktail im Spielzeug

Titelbild Broschüre "Gefährliche Lieblinge"

Immer wieder schrecken uns Untersuchungen auf: Teddy, Schnuller & Co. sind häufig hoch mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen belastet. Das ist beunruhigend, denn gerade Kinder sind besonders sensibel. Der BUND klärt in dieser Broschüre darüber auf, bei welchen Spielsachen besondere Vorsicht geboten ist und gibt konkrete Verbrauchertipps.

Broschüre herunterladen



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