Einschätzungen der Klimakonferenz in Durban

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BUND-Videoblog aus Durban

Die Ergebnisse der Klimakonferenz in Durban reichen bei weitem nicht aus, die schrecklichsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Der große Klimavertrag kommt zu spät, für die Fortführung des Kyoto-Protokolls gibt es keine Emissionsreduktionsziele und der Klimafonds hat kein Geld. 

Ein großer Klimavertrag für alle Länder soll 2015 ausgearbeitet sein, jedoch erst in acht Jahren, 2020, in Kraft treten. Das Kyoto-Protokoll soll in der Zwischenzeit fortgeführt werden. Es ist auch nach den Verhandlungen in Durban offen, wie lange die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls dauert – fünf oder acht Jahre – und welche Emissionsreduktionsziele die Mitgliedsländer haben. 

Der Klimafonds (Green Climate Fonds) wurde in Durban zwar beschlossen, jedoch noch nicht bestückt. Wann, wie viel Geld für die Unterstützung der armen Länder beim Klimaschutz fließt, ist ungewiss. 

Ab 2020 soll dann nur noch ein Klimavertrag für alle Länder gelten. Ob dann weiterhin von den Industrieländern aufgrund ihrer historischen Verantwortung für den Klimawandel mehr Anstrengungen für den Klimaschutz gefordert wird als von anderen Ländern, ist offen. 

Der BUND findet es richtig, dass ein zukünftiges Klimaregime auch von großen Emittenten wie China konkrete Emissionsreduktionsziele verlangt, jedoch sollten die Industrieländer nach wie vor gezwungen werden, eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen und die armen Länder beim Klimaschutz unterstützen. Mit der Durban Plattform wird die historische Verantwortung der Industrieländer für Klimaschutz aufgekündigt. 

Ein umfassender, gerechter, international verbindlicher Klimavertrag muss viel früher als 2020 in Kraft treten. Was wir brauchen ist eine kurze, maximal fünfjährige zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls mit starken Emissionsreduktionszielen, gefolgt von einem gerechten internationalen Abkommen mit starken, verbindlichen Zielen für die großen Emittenten und Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel für die armen Länder. Dafür wird sich der BUND in den nächsten Monaten einsetzen. 

Löchriger Rettungsschirm fürs Klima: Kyoto-II zu schwach: zur Abschlusspressemitteilung vom 11.12.2011



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