BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Der BUND-Arbeitskreis Wasser

Wasser ist ein ganz besonderer Saft

Die zentralen Anliegen des Arbeitskreises Wasser sind der flächendeckende Gewässerschutz, die Revitalisierung unserer Fließgewässer, die Therapie unserer Seen und Gewässereinzugsgebiete, eine naturverträgliche Wirtschaftsweise des Menschen und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. Etwa ein Dutzend fester Mitglieder bildet ein effizientes und harmonisches Kernteam, sein Sprecher ist seit über 14 Jahren Sebastian Schönauer aus Bayern.

Liberalisierung der Wasserwirtschaft

Bereits 1995 warnte der BUND-AK Wasser - als Vorreiter der Umweltbewegung - in seiner BUND-Position „Privatisierung - Nein danke!“ davor, den Wassermarkt aus der öffentlichen Hand zu geben. Die großen Energie- und Wasserkonzerne versuchten nämlich mit Schützenhilfe des Wirtschaftsministeriums, profitable Wasserversorger aufzukaufen und unsere Wasserversorgung der Profitmaximierung zu unterwerfen: Wasser als Spekulationsobjekt.

Der AK Wasser arbeitet im bundesweiten „Netzwerk UNSER Wasser“ eng mit Wasserwerken, dem Deutschen Gemeindebund, der Gewerkschaft ver.di und dem Städtetag zusammen. Gemeinsames Ziel ist dabei die bewährte Trinkwasserversorgung und das „Know-how“ der kommunalen Selbstverwaltung im Sinne der Agenda 21 zu sichern und unsere europaweit herausragende Wasserqualität zu schützen.

Diese Arbeit hat bereits Früchte getragen. Sebastian Schönauer trug als BUND-Wasserexperte bei vielen öffentlichen Veranstaltung, u. a. bei der zentralen Anhörung der SPD im Bundestag, auf Großversammlungen des Bundesverbandes Gas- und Wasser und vielen örtlichen Veranstaltungen die gemeinsam erarbeiteten Argumente gegen eine Zerschlagung der kommunalen Wasserwirtschaft vor - mit Erfolg: Mittlerweile steht der politische Widerstand gegen die von EU und Bundeswirtschaftsministerium immer noch betriebene Freigabe des Wassermarktes an die Konzerne.

Endokrin wirksame Substanzen

Nicht nur in der Fachwelt auf großes Interesse gestoßen ist unser Hintergrundpapier über „Endokrin wirksame Substanzen". Diese hormonell aktiven Stoffe sind z. B. in Medikamenten enthalten und gelangen immer häufiger in den Wasserkreislauf. Sie gefährden Mensch und Natur. Ökotoxikologisch können die fatalen Folgen endokrin wirksamer Substanzen - etwa auf das Geschlechterverhältnis von Fischen - heute gut belegt werden.

Wasserrahmenrichtlinie

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gilt seit dem 22.12.2000. Ihr Ziel ist der „Gute Zustand der Gewässer“ bis zum Jahr 2015. Über alle Verwaltungsgrenzen hinweg rückt sie die Einzugsgebiete der Flüsse in den Mittelpunkt. Sie gilt als zentrales Instrument für eine nachhaltige Nutzung der Oberflächengewässer und des Grundwassers und wird den Gewässerschutz in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen. Staatliche Behörden versuchen jedoch im Verein mit der Lobby der Wassernutzer über eine fragwürdige Auslegung des Artikels 9 („Deckung der Kosten der Wasserdienstleistungen“) - aber auch über die gezielte Einstufung der Gewässer als „heavily modified water bodies ("erheblich veränderte Wasserkörper") – die Ziele der Richtlinie ins Gegenteil zu verkehren.

Gewässerschutz

Kanalisierung, Wasserkraftnutzung, Straßenbau, Flurbereinigung usw. haben unsere Bäche und Flüsse erheblich geschädigt. Sie zählen heute zu den gefährdetsten Lebensräumen Mitteleuropas. Fließgewässer-Auen-Ökosysteme zu erhalten und wiederzubeleben, zählt zu den wichtigsten Zielen von Naturschutz und Landschaftspflege.

Bäche, Flüsse und die sie umgebenden Auen bilden ein „ökologisches Rückgrat“. Sie prägen unsere Landschaften und sind für die biologische Vernetzung außerordentlich wertvoll. Leider wurden der Zweckbestimmung „Wasserstraße“ bislang alle anderen Belange - wie Naturschutz, Erholung, Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz - geopfert. Eine weitere Kanalisierung unserer Flüsse, die schon ökonomisch keinen Sinn mehr ergibt, wäre ökologisch gesehen ein Desaster.

Auch der Schutz der Seenlandschaften stellt einen wichtigen Aspekt unserer Arbeit dar. Der AK Wasser wird hier wachsam bleiben. Unsere letzten noch frei fließenden Gewässer und naturnahen Seen müssen erhalten und viele renaturiert bzw. therapiert werden.

Einladung zur Mitarbeit

Der Arbeitskreis Wasser steht allen BUND-Mitgliedern offen, die sich mit dem Schutz der Gewässer, und des Trinkwassers befassen wollen. Wir tagen mindestens vier Mal im Jahr, und traditionell an Christi Himmelfahrt, den wir als alternativen „Vatertag" diesmal im Spreewald und damit zum fünften Mal in Ostdeutschland verbracht haben. Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz, auch wenn es bei manchen Diskussionen heiß hergeht.

Kontakt

Arbeitskreissprecher: Sebastian Schönauer, Tel: 0 60 94 / 98 40-22, Fax: -23
Stellvertretende Arbeitskreissprecher: Dr. Hans-Joachim Grommelt und Dr. Ralf Köhler

Veröffentlichungen des Arbeitskreises

Links

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/ueber_uns/arbeitskreise/wasser/