Tourismus mit Weitblick
Der Worte sind genug gewechselt – es müssen noch mehr Taten folgen! Die Diskussion um den sanften Tourismus, die nachhaltige Tourismusentwicklung ist lange geführt. Kaum ein Reiseveranstalter wird ernsthafte Zweifel äußern, dass nur die Umsetzung einer langfristig nachhaltigen Strategie die Lösung sein kann, die gleichzeitig Natur- und Umweltschutzzielen gerecht wird und das wesentliche Grundkapital unserer Freizeit- und Fremdenverkehrswirtschaft sichert: unsere Natur- und Kulturlandschaften mit ihrem herausragenden Erholungswert.
Längst sind eine Vielzahl von Praxisbeispielen für nachhaltige Freizeitgestaltung und nachhaltiges Reisen erfolgreich umgesetzt. Vorbildlich umweltgerechte Lösungen für Tagesausflüge (Fahrtziel Natur), Reiseangebote nach Nah und Fern (BUND-Reisen, BIO-Hotels). Auch viele klassische Reisveranstalter haben Maßnahmen ergriffen, um ihr Angebot schrittweise nachhaltiger zu gestalten (TUI-EcoRessort, Studiosus Umweltmanagement usw.). Die meisten Fluggesellschaften optimieren ihre Flotte im Hinblick auf die Reduktion von Emissionen und Umweltbelastungen.
Gleichzeitig wächst jedoch die Zahl der Reisen (besonders der Kurzreisen) weiter an, gefördert u.a. durch einen ruinösen Wettbewerb auf dem Markt der Billigflüge. Mit anderen Worten: Erfolge, die durch die Neuausrichtung bestehender Angebote erzielt werden, werden durch das quantitative Wachstum und unzureichend nachhaltige Angebote aufgezehrt, die weiterhin parallel entstehen. Die notwendige Kehrtwende im weltweiten Tourismusgeschäft ist noch nicht gelungen. Nach wie vor wachsen nicht nur die Zahl der Reisenden und die Gewinne der Tourismusbranche (von ein paar Dämpfern abgesehen) stetig an, sondern auch die Probleme, die mit dieser Entwicklung einhergehen. Was noch immer fehlt, ist – national wie international – ein vorsorgendes und glaubwürdiges Konzept für den Tourismus und dessen Umsetzung, flankiert durch die notwendigen politischen Maßnahmen; ein Konzept, das Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsaspekte zusammenführt.
Der BUND setzt sich für die Förderung regionaler Initiativen ein, die nachhaltige Tourismuskonzepte für die deutschen Naturlandschaften entwickeln und sicherstellen, dass Freizeit- und Sportaktivitäten im Einklang mit dem Schutz der Artenvielfalt stehen. Nach dem Motto: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne so nah ist?" sollen bereits Kinder und Jugendliche dafür begeistert werden, das Naturerlebnis vor der Haustür wiederzuentdecken.
Zusammen mit Sportvereinen und -verbänden setzt sich der BUND dafür ein, Sportanlagen und -aktivitäten zur richtigen Zeit und an der richtigen Stelle zu platzieren, um Sportlern den Naturgenuss auf Dauer zu sichern.
Die Schwerpunkte unserer Arbeit 2006 waren "Tourismus und Klimaschutz" sowie "Nachhaltige Freizeitnutzung in Nationalen Naturlandschaften". Diesen Themen möchten wir uns stellen und wünschen uns neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Arbeitskreis. Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Lust haben, sich an unserer Arbeit zu beteiligen, freuen wir uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen!
Kontakt
Arbeitskreissprecher: Stefan Ott
Stellvertretende Arbeitskreissprecher: Matthias Beyer und Benedikt Bisping