BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Hochwasserschutz an Donau, Elbe und Oder – aus den Fehlern nichts gelernt?

Regensburg bei Hochwasser, Foto: www.pixelio.de
Regensburg bei Hochwasser. Ursachen sind u.a. Bodenverdichtung, z.B. durch intensive Landwirtschaft, und die Begradigung der Flüsse.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre gab es an Donau, Elbe und Oder mehrere extreme Hochwasserereignisse, bei denen insgesamt 200 Tote zu beklagen waren und die allein in Deutschland Schäden von über zwölf Milliarden Euro verursachten.

Nicht allein die Natur, sondern vor allem kurzfristige wirtschaftliche Interessen, die massive Eingriffe in die Natur zur Folge haben, und ein geringes Risikobewusstsein sind Schuld.

Die Hauptursachen sind großflächige Bodenverdichtungen im Einzugsgebiet der Flüsse durch intensive Landnutzung, die Begradigung und Einzwängung von Flüssen auch aus Gründen des „Hochwasserschutzes“, die Dezimierung der natürlichen Auenflächen infolge eines expansiven Acker-, Gewerbe-, Verkehrs- und Siedlungsbaus auch in Überschwemmungsgebieten, sowie der menschengemachte Klimawandel.

Die Elbe bei Radebeul, Foto: M. Großmann
Flüssen in Deutschland stehen inzwischen weniger als 20 Prozent ihrer natürlichen Überschwemmungsgebiete zur Verfügung.

Die Folgen sind extreme Niederschläge mit größeren und beschleunigten Flutwellen, der Verlust von Biodiversität und von Gewässern in guter Qualität.  Das politische Missmanagement hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen, dass die Gefahren sich potenziert haben. Erste Reaktionen nach den Hochwasserschäden haben jedesmal – insbesondere nach der Elbe-Flut von 2002 - auf Besserung hoffen lassen. Es war das erklärte politische Ziel in Deutschland, mehr Raum für die Flüsse zu schaffen.

Der BUND musste jedoch bereits 2005 bilanzieren, dass ein Kurswechsel weiter aussteht und – abgesehen von wenigen Projekten – eine riskante und kostspielige „Deich- und Dammbaupolitik“ weitergeführt wird. Weder das deutsche Hochwasserartikelgesetz (2005) noch die neue EU-Hochwasserrichtlinie (2007) sichern mehr natürlichen Raum für unsere Flüsse.

Der BUND wirbt schon lange für einen ökologischen, d.h. einen natürlichen Hochwasserschutz: Nachhaltige Landnutzungen in der Fläche, mehr Raum für die Flüsse und ihre Auen sowie eine konsequente Umsetzung des Gewässerschutzes.

Der BUND ist hierfür aktiv – bei der Umsetzung der EU-Hochwasserrichtlinie, der nationalen Biodiversitätsstrategie und beispielhaften Projekten wie der Deichrückverlegung an der Elbe bei Lenzen.

Links und Downloads

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/wasser/hochwasserschutz/