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Hintergründe

Blick auf die Oder und den südlichen Teil des Nationalparks Unteres Odertal, Foto: Deltongo, www.wikipedia.org

Flüsse – Lebensadern unserer Landschaft

Dass Wasser unsere Lebensgrundlage ist, zählt zum Grundwissen. Nicht umsonst suchen Astronomen, wenn sie nach Anzeichen von Leben im Weltall Ausschau halten, zuerst nach Wasser. Da erstaunt es nicht, dass auf unserer Erde die Artenvielfalt rund um die Flüsse am größten ist. Auf einer Fläche von nur sieben Prozent leben mehr als zwei Drittel aller Arten Deutschlands.

Durch die gestaltende Kraft des fließenden Wassers werden natürliche Auen ständig umgestaltet. Vor allem die Bereiche der Weichholzauen werden durch Umlagerungen von Kies- und Sandbänken sowie neue Flussarme immer wieder neu geformt. Kein Problem, denn die hier lebenden Arten sind an einen solchen dynamischen Lebensraum optimal angepasst: Weiden z.B. wachsen auch als entwurzelte Bäume oder abgebrochene Äste wieder an, viele Arten – wie die Erle – sind an wechselnde Wasserstände angepasst.

Wenn allerdings diese vielfältige Struktur fehlt, dann ist das auch das Aus für die typischen Flussarten: Ohne Kiesbänke können Lachse nicht laichen und Flussuferläufer finden keinen Platz für ihr Gelege.

Was im Süden die tropischen Regenwälder sind, das sind bei uns in Mitteleuropa die Flussauen – "Hotspots" der Biodiversität.

Der Rote Main in Bayreuth, Foto: Michael Sander, www.wikipedia.org
Roter Main in Bayreuth mit deutlich zu erkennender Begradigung.

Flüsse in Gefahr

Durch intensive Nutzung wurden unsere Flüsse deutlich umgestaltet: Auen wurden durch Deiche vom Fluss getrennt, Begradigungen sollten Schifffahrt ermöglichen und Hochwasser schneller abfließen lassen. Noch heute werden Flüsse in Deutschland weiter ausgebaut, obwohl uns die Nachteile längst bewusst sind: die Biodiversität nimmt weiter ab, Hochwassergefahren steigen, Flüsse tiefen sich ein und Grundwasserstände in den Auen sinken – oft auch zum Nachteil der Landwirtschaft. Darunter leiden die Menschen wie auch viele Tier- und Pflanzenarten, deren Lebensraum schwindet.

Unter dem Motto "Wasser zum Leben" hat die UNO daher die Zeit zwischen 2005 und 2015 zur Dekade des Wassers erklärt. Auch in Europa geht es um besseres Wasser. Hier haben sich die Mitgliedsstaaten mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) einen guten Gewässerzustand bis zum Jahr 2015 zum Ziel gesetzt – zum Wohl von Mensch und Natur. Wasser soll nur noch so genutzt werden, dass auch künftig genug sauberes Wasser verfügbar ist.



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Foto: eyewire / fotolia.com

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