Flüsse – Lebensadern unserer Landschaft
Dass Wasser unsere Lebensgrundlage ist, zählt zum Grundwissen. Nicht umsonst suchen Astronomen, wenn sie nach Anzeichen von Leben im Weltall Ausschau halten, zuerst nach Wasser. Da erstaunt es nicht, dass auf unserer Erde die Artenvielfalt rund um die Flüsse am größten ist. Auf einer Fläche von nur sieben Prozent leben mehr als zwei Drittel aller Arten Deutschlands.
Durch die gestaltende Kraft des fließenden Wassers werden natürliche Auen ständig umgestaltet. Vor allem die Bereiche der Weichholzauen werden durch Umlagerungen von Kies- und Sandbänken sowie neue Flussarme immer wieder neu geformt. Kein Problem, denn die hier lebenden Arten sind an einen solchen dynamischen Lebensraum optimal angepasst: Weiden z.B. wachsen auch als entwurzelte Bäume oder abgebrochene Äste wieder an, viele Arten – wie die Erle – sind an wechselnde Wasserstände angepasst.
Wenn allerdings diese vielfältige Struktur fehlt, dann ist das auch das Aus für die typischen Flussarten: Ohne Kiesbänke können Lachse nicht laichen und Flussuferläufer finden keinen Platz für ihr Gelege.
Was im Süden die tropischen Regenwälder sind, das sind bei uns in Mitteleuropa die Flussauen – "Hotspots" der Biodiversität.