BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Auf zu neuen Ufern

Für eine nachhaltige Fluss- und Binnenschiffahrt

Containerschiff auf Fluss, Foto: www.pixelio.de
Der BUND sagt "Ja" zur Binnenschifffahrt, aber nur, wenn sie ökologisch verträglich ist.

Aus den Seehäfen sind sie nicht mehr wegzudenken: Bunte Wälle aus Blechkisten bilden die erste Reihe der Skyline jeder Hafenstadt: Container – sie sind alle gleich groß und haben damit die Revolution der Seeschifffahrt eingeleitet. Sie sind es, die Europas Häfen jedes Jahr Wachstumsraten von 10 Prozent und mehr bescheren.

Sie stehen am Kai und warten auf die nächste Fahrt nach China. Vielleicht aber gehen sie auch per Lkw nach Wanne-Eickel, per Güterzug nach Berlin – oder werden über unsere Flüsse abtransportiert. Allein in Hamburg wurden 2006 fast neun Millionen Container umgeschlagen. Von diesem Kuchen möchte auch die Binnenschifffahrt ihr Stück. Doch der Bedarf ist vielerorts gering. Nur ein Prozent des Hinterlandaufkommens des Hamburger Hafens wird auf Binnenschiffe umgeladen. Die meisten Güter werden auf dem Rhein transportiert.

Elbe, Foto: www.flussbuero.de
Die Elbe ist einer der letzten frei fließenden Flüsse Deutschlands. Hier leben noch Tausende seltener Tier- und Pflanzenarten.

Obwohl der Transport auf der Schiene die umweltverträgliche Alternative ist, werden die letzten lebendigen Flüsse zu Wasserstraßen degradiert – ein hoher Preis für die Schifffahrt. In Deutschland wurden im Laufe der Jahrzehnte alle großen Ströme wie Donau, Elbe, Rhein für die Binnenschifffahrt ausgebaut. Auch Nebenflüsse wie Havel, Mosel und Main sind gestaut, begradigt bzw. verbaut. Nur wenige Flussabschnitte fließen noch natürlich.

Das hat dramatische ökologische Folgen, denn Flüsse bieten, wenn man sie denn lässt, eine ungewöhnliche Vielzahl an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Und auch für uns Menschen sind sie als Quelle für Trinkwasser und zur Erholung von großer Bedeutung. 

Der BUND setzt sich daher dafür ein, dass die Potenziale der Binnenschifffahrt für eine moderne Güterlogistik genutzt werden, jedoch unter Einhaltung ökologischer Standards zum Schutz der uns noch verbliebenen frei fließenden Flüsse.

Der BUND engagiert sich für den Stopp der Ausbaumaßnahmen an Elbe, Havel, Oder, Spree und Weser, für eine frei fließende Donau, für fluss- wie klimaverträgliche Schiffe und integrierte Verkehrskonzepte im Einklang mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Links und Downloads

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/wasser/binnenschifffahrt/