Jahrelang verweigerte die deutsche Automobilindustrie die Markteinführung von Dieselrußfiltern. Ein Skandal – schließlich sind die gesundheitlichen Folgen längst bekannt. Dieselruß erhöht das Krebsrisiko. Die Abgase eines herkömmlichen Dieselmotors sind etwa zehn Mal krebserregender als die eines Benziners. Die kleinen und leichten Rußpartikel können Auslöser für Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Asthma sein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass allein in Deutschland jährlich rund 14.000 Menschen aufgrund der hohen Dieselrußbelastung vorzeitig sterben müssen – das übersteigt bei weitem die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle.
Dabei sind schon heute hoch effiziente Dieselrußfilter auf dem Markt, die den Rußausstoß um 99,99 Prozent reduzieren. Französische, italienische und japanische Automobilhersteller setzen sie bereits seit Längerem erfolgreich und vor allem serienmäßig ein.
Nachrüstung mit Partikelfiltern wird staatlich gefördert
Von 2001 bis 2006 wurde um die Förderung von Rußpartikelfiltern gestritten. Zumindest in die Förderung der Nachrüstung von alten Dieselfahrzeugen ist endlich Bewegung geraten. Seit dem 1. April 2007 gilt das Gesetz zur Förderung von Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge. Mit einem Betrag von einmalig 330 Euro fördert der Staat die Nachrüstung von Diesel-Pkw. Dagegen müssen Diesel ohne Filter mehr bezahlen (Aufschlag von 1,20 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum).
Förderung für den Rußpartikelfilter - Chronologie einer Blockade