BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Der Luftverkehr boomt. Derzeit trägt er etwa acht Prozent zur globalen Erwärmung bei. Sollte der Luftverkehr weiter so wachsen, werden seine Klimawirkungen bereits in fünf Jahren die des heutigen Pkw-Verkehrs übersteigen.
Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs nehmen um 3,5 Prozent pro Jahr zu. CO2 ist aber nicht das einzige Treibhausgas, das die Flugzeuge ausstoßen. Durch die direkte Eintragung insbesondere von Stickoxiden und von Wasserdampf in hohe Luftschichten entstehen laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Klimawirkungen, die zwei- bis fünfmal höher sind als die durch CO2.
Trotz der alarmierenden Zahlen wird die Klimawirkung des Flugverkehrs bis heute unterschätzt. Setzt sich der Wachstumstrend des Flugverkehrs fort, wird der Luftverkehr bald zu den absolut klimaschädlichsten Sektoren weltweit gehören.
Vermeiden lässt sich ein solches Szenario nur, wenn der Flugverkehr in ein wirksames Emissionshandelssystem einbezogen wird, Kurzstreckenflüge unterbleiben, das entsprechende Passagieraufkommen auf die Bahn verlagert und die vorhandenen Flughäfen nicht weiter ausgebaut werden.
Die "Luftverkehrsstudie 2007: Im Steigflug in die Klimakatastrophe?" des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und des BUND hat den Luftverkehr seit der deutschen Wiedervereinigung untersucht und errechnet, wie es bis 2030 weitergeht, wenn sich die bisherigen Entwicklungen fortsetzen. Dabei wurden die Großflughäfen Frankfurt am Main und München sowie 15 weitere deutsche Standorte analysiert. Außerdem enthält die Studie Rechenbeispiele, zum Beispiel über die unterschiedlichen Klimalasten, die eine vierköpfige Familie auf Reisen verursacht – je nach Länge der Strecke und Verkehrsmittel.
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Zumindest einen ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung hat die EU-Kommission getan. Sie schlägt vor, den Luftverkehr in den EU-Emissionshandel einzubeziehen. Dann müssen alle Airlines, die an europäischen Flughäfen starten oder landen, demnächst CO2-Zertifikate nachweisen. Allerdings greift der Vorschlag der EU-Kommission viel zu kurz. Mehr...
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Ende August 2000 hat die Bundesregierung ein Flughafenkonzept verabschiedet. Damit will sie nach eigenen Angaben die Belastungen für Umwelt und Anwohner auf das Unvermeidbare beschränken. Der BUND steht dem Konzept jedoch kritisch gegenüber. In der vorgelegten Form taugt das Flughafenkonzept nicht als Entscheidungsgrundlage. So fehlt eine verbindliche Festlegung von Umweltzielen, z.B. beim Klimaschutz und beim Lärm. Die wirtschaftlichen Impulse, insbesondere bei der Schaffung von Arbeitsplätzen durch Flughäfen, werden bewusst überschätzt.
BUND-Bewertung des Flughafenkonzeptes (09/2000)