In der Luft herrscht immer mehr Gedränge. Der Flugverkehr ist in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen und die Billigflieger steigern diese Tendenz weiter. Mal eben über ein Wochenende zum Shoppen nach Mailand oder London? Heute schon für rund 30 Euro möglich.
Obwohl moderne Flugzeuge leiser als ältere Modelle sind, hat der Fluglärm durch den rasanten Anstieg des Flugverkehrs zugenommen. Nach dem Straßenverkehr steht er auf Platz 2 der störenden Lärmquellen. Rund 37 Prozent der Bevölkerung fühlen sich durch Fluglärm gestört. Das Besondere am Fluglärm sind die hohen Maximalpegel: Die Belastung ist zwar kurz, dafür aber extrem laut.
Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm
Seit mehr als 30 Jahren ist das Gesetz zum Schutz vor Fluglärm die wichtigste Rechtsgrundlage zur Fluglärmbekämpfung. Danach sind Gebiete außerhalb des Flughafens, in denen der Dauerschallpegel mehr als 67 dB (A) beträgt sogenannte Lärmschutzbereiche. Hier gelten bestimmte Bauverbote und –beschränkungen (z.B. Schutzfenster in Wohnungen). Das Problem: Die hier festgesetzten Grenzwerte sind viel zu hoch. Zum Vergleich: Ab 65 dB (A) Dauerschallpegel (tagsüber) sind Gesundheitsbeeinträchtigungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) zu erwarten.
Novelle des Fluglärmgesetzes
Jahrelang wurde über ein neues Fluglärmgesetz debattiert. Anfang 2006 fand die erste Lesung des Novellierungsvorschlages im Bundestag statt, seit Juni 2007 ist die Novellierung in Kraft.
Umwelt- und Lärmschutzverbände lehnen die Gesetzesnovellierung ab. Zwar wurden die Grenzwerte abgesenkt, aber die Minderung auf einen Dauerschallpegel von 60 dB (A) für neue bzw. 65 dB (A) für bereits bestehende Flughäfen (tagsüber) reicht nicht aus, um die Gesundheit der Anwohner zu schützen. Die Werte müssten dafür um weitere 10 dB (A) verringert werden.
Bei der Überschreitung von Grenzwerten sieht der Entwurf lediglich passive Maßnahmen wie Schallschutzfenster für Betroffene vor. Aktive Maßnahmen zur Reduzierung des Lärms an der Quelle wie Nachtflugverbote, Betriebsbeschränkungen oder eine Präferenzpolitik für leise Flugzeuge sucht man in dem Entwurf vergeblich.
Weitere Informationen zur Novelle des Fluglärmgesetzes:
Stellungnahme der Umweltverbände zum Entwurf eines Fluglärmgesetzes
(04/2006)
BUND-Hintergrund zur Novellierung des Fluglärmschutzgesetzes
(05/2006)